Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Schwindel sinnvoll behandeln

Von: Uli Hesse

Stand: 22.02.2017

Manchmal fühlt es sich an wie ein Weltuntergang: Plötzlich dreht sich alles, der Boden fängt an zu schwanken, kalter Schweiß bricht aus, die Beine geben nach - eine typische Schwindelattacke. Schätzungsweise jeder zehnte Deutsche leidet mehr oder weniger häufig daran.

Experte:

Prof. Dr. med. Michael Strupp, Neurologische Klinik und Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern

Schwindelattacken sind keine eigene Krankheit, sondern ein Hinweis auf eine Störung des Gleichgewichtssinns. Es gibt ganz verschiedene Ursachen dafür. Ein Gleichgewichtsorgan kann ausgefallen oder beeinträchtigt sein. Möglicherweise steckt auch eine spezielle Migräneform dahinter. Durchblutungsstörungen des Hirnstamms oder Kleinhirns können zur Schwindel führen, und es gibt psychische Gründe für Schwindel.

Viele Patienten haben daher schon eine jahrelange Odyssee zu verschiedenen Ärzten hinter sich und jede Hoffnung auf Besserung verloren.

"Doch die meisten Schwindelformen lassen sich gut behandeln. In 95 Prozent aller Fälle können wir die richtige Diagnose stellen und in 90 Prozent den Patienten helfen."

Prof. Michael Strupp vom Deutschen Schwindelzentrum am Universitätsklinikum München.

Dem Text liegt ein Interview mit Prof. Dr. med. Michael Strupp von der Neurologische Klinik und Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern zugrunde.

Schwindel entsteht, wenn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr nur noch Chaos meldet und das Gehirn diese Sinneseindrücke nicht mehr einordnen kann - im Bild: Mann mit aufgerissenen Augen | Bild: colourbox.com zum Artikel Schwindel erkennen Die richtige Diagnose

Schwindel entsteht, z.B. wenn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr nur noch Chaos meldet und das Gehirn diese Sinneseindrücke nicht mehr einordnen kann. Warum das so ist und wie man Schwindelerkrankungen erkennt, erfahren Sie hier. [mehr]

Am häufigsten ist der gutartige Lagerungsschwindel; etwa jeder zehnte Mensch leidet in seinem Leben daran - im Bild: Frau beim Test ihres Gleichgewichtsorgans und Hörnervs | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Schwindellarten Ursachen und Risikofaktoren

Am häufigsten ist der gutartige Lagerungsschwindel. Daneben gibt es als weitere häufige Formen noch die sogenannte Menièresche Erkrankung, die Schwindelmigräne und psychisch bedingten Schwindel. [mehr]

Der gutartige Lagerungsschwindel zum Beispiel ist harmlos. Ist das Gleichgewichtsorgan betroffen, sind Balanceübungen sinnvoll - im Bild:  Mutter und Tochter bei Gleichgewichtsübungen | Bild: Image Source zum Artikel Behandlung Was hilft wann?

Bei der häufigsten Schwindelart, dem gutartigen Lagerungsschwindel helfen die sog. Befreiungsmanöver, bei denen man die Bogengänge von den kleinen Kristallen befreien kann. Medikamente helfen hier nicht. [mehr]

Wenn der Gleichgewichssinn aus den Fugen gerät, kann das fatale Folgen haben - im Bild: Kindergartenkinder auf dem Schwebebalken zur Sensibilisierung ihres Gleichgewichtssinns. | Bild: picture-alliance/dpa zum Thema Gleichgewichtsstörungen Die Schwierigkeit, Balance zu halten

Menschen, die an Gleichgewichtsstörungen leiden, können oft nicht gerade gehen, ihnen ist schwindlig, manchmal auch übel, sie sind höchst gefährdet zu stürzen und sich zu verletzen. Doch woher kommt dieser Orientierungsverlust? [mehr]


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