Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Unter 20 und chronisch krank

Von: Johannes von Creytz

Stand: 28.06.2017

Die achtjährige Annina (Name geändert) sitzt im Arm ihrer Mutter Selma S. (Name geändert) und hält dabei einen Stoffkater. Annina und ihre Schwestern leiden bereits im Kindesalter an Rheuma. | Bild: picture-alliance/dpa

Früher glaubte man, kalter Schleim, der vom Gehirn in den Körper fließt, würde die Schmerzen auslösen, die Rheumapatienten plagen. Daher die Ableitung des Namens, vom griechischen „Rheuma“ für Strömung oder Fluss.

Expertin:

Dr. med. Susanne Schalm, internistische Rheumatologin, verantwortlich für die rheumatologischen Jugend- und Transitionssprechstunde im iSPZ am Dr. von Haunerschen Kinderspital LMU München und im Endokrinologikum München

Heute weiß man, dass die Beschwerden von einer Autoimmunreaktion ausgelöst werden. Das Immunsystem sieht körpereigene Stoffe oder Gewebe als fremd an und bekämpft sie mit einer Entzündungsreaktion. So wandern z.B. bei der rheumatoiden Arthritis Immunzellen an die inneren Gelenkhäute und produzieren dort entzündungsfördernde Stoffe. Schwellungen und Schmerzen sind die Folge. Früher oder später können auch Knorpel, Knochen und Bänder am Gelenk befallen und zerstört werden. Rheumatische Entzündungen können sich außerdem über den Bewegungsapparat hinaus im ganzen Körper ausbreiten und andere Organe befallen. So gibt es rheumatische Entzündungen der Augen, des Herzmuskels, sowie von inneren Organen, wie den Nieren, des Darms, oder von Gefäßen und Nerven.

Dem Text liegt ein Interview mit Dr. med. Susanne Schalm, internistischeRheumatologin, verantwortlich für die rheumatologischen Jugend- und Transitionssprechstunde im iSPZ am Dr. von Haunerschen Kinderspital LMU München und im Endokrinologikum München, zugrunde.

Die achtjährige Annina (Name geändert) turnt in einer Wohnung. Annina und ihre Schwestern leiden bereits im Kindesalter an Rheuma. | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kindliches Rheuma Grundsätzliches

Rheuma kann, muss aber nicht den Bewegungsapparat betreffen. Grundsätzlich kann der ganze Körper von einer der Rheumatischen Erkrankungen befallen werden. Das gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder und Jugendliche. [mehr]

Mädchen mit einer Ärztin | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Rheuma bei Kindern Die richtige Diagnose

Beschwerden werden häufig lange als Wachstumsschmerzen oder Blessuren vom Spielen fehlgedeutet. Außerdem werden Schmerzen von kleinen Kindern oft nicht als solche angegeben und führen zu Schonhaltungen. Die Beweglichkeit der Gelenke kann so abnehmen, ohne dass Eltern es bemerken. [mehr]

Bewegungstherapie in der Schwimmhalle. Bei einer Wassertemperatur um 33 Grad sind die Gelenke der rheumakranken Kinder fast schmerzfrei. | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Rheumatherapie bei Kindern Je früher, desto besser!

Neben der medikamentösen Therapie spielen für Kinder und Jugendliche mit Rheuma vor allem auch die Physiotherapie und Ergotherapie eine große Rolle. [mehr]

Ärztin spricht mit einer Jugendlichen | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Transition und Pubertät Wenn Rheuma erwachsen wird

Partys, Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum, auch jugendliche Rheumatiker wollen oft einfach dazu gehören. Auch wenn es wegen ihrer Medikamente zu erheblich größeren Problemen kommen kann als bei gesunden Gleichaltrigen. [mehr]


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