Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Bewegung und Sport für Herzpatienten

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 29.04.2015

Älterer Mann auf einem Laufband | Bild: colourbox.com

Fast allen Herzkreislauf-Patienten wird vom Arzt Bewegung und Ausdauersport empfohlen, um wieder gesund zu werden und einem Rückfall vorzubeugen. Besonders gut eignen sich dafür sogenannte Herzgruppen, in denen die Patienten entsprechend der eigenen Belastbarkeit und unter ärztlicher Aufsicht gezielt ein besonderes Training absolvieren. In diesen Gruppen findet Bewegung und Sport ein- bis zweimal pro Woche statt, jeweils rund 90 Minuten lang. Ergänzt wird das Bewegungsangebot einer Herzgruppe oft durch Gespräche oder Vorträge zu einem herzgesunden Lebensstil.

Inhalte der Herzgruppe

Expertin:

Ärztin für Innere Medizin, Kardiologie, Internistische Intensivmedizin, Sportmedizin, Ernährungsmedizin, Kardiovaskuläre Präventivmedizinerin DGPR | Bild: privat

Dr. med. Christa M. Bongarth, Kardiologin und Ärztliche Direktorin der Klinik Höhenried am Starnberger See und 1. Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für kardiologische Prävention und Rehabilitation in Bayern e.V. (Herz-LAG Bayern)

Es geht um Koordination und Kräftigung und zu einem großen Teil um Ausdauer, die die Teilnehmer zum Beispiel an speziellen Rädern trainieren. Außerdem umfasst das Angebot, je nach Belastbarkeit der Teilnehmer auch gymnastische Übungen sowie Elemente zur Körperwahrnehmung und Entspannung. Wichtig: Keiner soll irgendwelche Höchstleistungen erbringen, sondern lernen, sich selbst einzuschätzen und die eigenen Grenzen zu erkennen.

Für welche Patienten geeignet?

Expertin:

Dr. Petra Pfaffel, Diplom-Sportlehrerin für Prävention und Rehabilitation und Übungsleiterin für Herzgruppen, Geschäftsführerin der Herz-LAG-Bayern.

Die meisten Teilnehmer einer Herzgruppe sind Patienten mit Herzkranzgefäßerkrankungen: Sie hatten zum Beispiel einen Herzinfarkt und einen Stent (Gefäßstütze), mit dessen Hilfe ein Herzkranzgefäß aufgedehnt wurde oder sie haben eine Bypassoperation (Überbrückung eines krankhaft veränderten Abschnittes der Blutgefäße) hinter sich. Herzgruppen eignen sich auch für Patienten mit Herzmuskelproblemen (zum Beispiel Herzinsuffizienz) und für Patienten mit Herzklappenerkrankungen und -fehlern. Außerdem sind die Gruppen offen für Menschen, die einen Herzschrittmacher oder eine Herztransplantation bekommen haben.

Dem Text zugrunde liegt ein Gespräch mit Dr. Christa Bongarth, Kardiologin und Ärztliche Direktorin der Klinik Höhenried am Starnberger See, und mit Dr. Petra Pfaffel, Diplom-Sportlehrerin für Prävention und Rehabilitation und Übungsleiterin für Herzgruppen.

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