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Perseiden-Sternschnuppen 2017 Vom Mond verdorben

Dieses Wochenende hätte die schönsten Sternschnuppen des ganzen Jahres zu bieten - die Perseiden kommen. Doch sie sind nicht allein: Mit ihnen erscheint der helle Mond und verdirbt uns das Schauspiel zum größten Teil. Wenigstens gibt es noch ein paar andere Meteorschauer.

Von: Heike Westram

Stand: 12.08.2017

Der August ist DER Sternschnuppen-Monat des Jahres. Die ganze Zeit über sind kleinere Meteorströme aktiv, meist nur mit geringen Fallraten. Doch wann immer Sie in einer klaren Nacht in den Himmel gucken, werden Sie wohl die eine oder andere Sternschnuppe sehen. In der zweiten Augustwoche steigert sich die Zahl der Sternschnuppen dann merklich: Die Perseiden kommen! Allerdings macht uns der Mond diesmal einen Strich durch die Rechnung, der bis Mitte August jede Sternschnuppen-Suche erschwert und den Höhepunkt der Perseiden mit aller Kraft verdirbt.

Die Perseiden: schönster Sternschnuppen-Regen des Sommers

Perseiden-Sternschnuppe

Dieses Datum sollten Sternschnuppen-Jäger immer im Kalender vermerkt haben: die Nacht vom 12. auf den 13. August. In dieser Nacht flitzen hunderte Perseiden über den Himmel. Für dieses Jahr können Sie den Termin abhaken - aber merken Sie ihn sich für 2018 vor, da wird es vom Mond ungetrübtes Perseiden-Vergnügen geben.

Die Perseiden sind schnell

Schon seit Mitte Juli und noch bis zum 24. August können Sie immer wieder Perseiden sehen. In den Tagen vor und nach dem Höhepunkt sind bis zu fünfzig Sternschnuppen pro Stunde unterwegs. Zum traditionellen Maximum in der Nacht vom 12. auf den 13. August treten etwa hundert Sternschnuppen pro Stunde auf. Das tun sie auch in diesem Jahr, aber Sie werden davon nicht viel sehen: Denn in direkter Nähe geht in der Nacht des Höhepunkts auch der Mond auf, mit noch sehr voller Scheibe, und verdirbt mit seinem hellen Licht den Sternschnuppen-Regen.

Ausstrahlungspunkt (Radiant) eines Meteor-Stroms

Sie können versuchen, das Mondlicht auszublenden, etwa indem Sie sich geschickt hinter einer Mauer oder ähnlichem platzieren. Doch dann können Sie nicht in die Richtung sehen, aus der die Sternschnuppen kommen, denn der Mond ist nur ein paar Handbreit von ihrem Radianten entfernt. Da die Perseiden oft weit über den Himmel ziehen oder auch weiter entfernt vom Radianten erst eintreten, werden Sie vielleicht trotzdem einige Meteore sehen, sicher auch Boliden. Aber mit einer typischen Perseiden-Nacht ist das nicht zu vergleichen.

In den auf den Höhepunkt folgenden Nächten werden die Bedingungen langsam besser, weil der Mond immer später aufgeht: In der Nacht auf den 15. August erst um Mitternacht, zwei Nächte darauf erst um halb zwei Uhr usw. Doch es sind dann wieder deutlich weniger Perseiden unterwegs.

Wohin Sie gucken müssen

Aus dieser Richtung kommen die Perseiden

Der scheinbare Ausstrahlungspunkt (Radiant) der Perseiden ist das Sternbild Perseus, das um zehn Uhr abends im Nordosten aufgeht. Zur Sternschnuppensuche sollten Sie also möglichst freie Sicht nach Nordost haben. Doch die Perseiden flitzen sehr weit über den Sternenhimmel, manche treten auch hoch über Ihnen oder sogar erst im Südwesten in die Erdatmosphäre ein. Das Foto ganz oben auf dieser Seite gibt einen guten Eindruck davon. Also lassen Sie den Blick über ein möglichst großes Himmelsstück schweifen.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Große Leuchtkugeln

Ein Bolide des Perseidenschauers

Die Perseiden stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle, der alle 130 Jahre die Sonne umkreist. Dabei hinterlässt er jedesmal eine "Dreckspur" im All, die wir alljährlich am 12. August kreuzen.

Unter den Perseiden sind auch große Leuchtkugeln zu sehen, sogenannte Boliden, die in ihrer Lichtstärke sogar den Mond übertreffen können. Manchmal werden die Perseiden auch Laurentiustränen genannt, weil sie um den Laurentiustag am 10. August so häufig fliegen. Sie erinnern an die Tränen, die um den im Jahr 258 hingerichteten Märtyrer geweint wurden.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Sternschnuppen Ende August

Die Nächte nach dem Perseiden-Höhepunkt sind besser zur Sternschnuppen-Suche geeignet, weil bis zum Monatsende der Mond kaum noch stört. In der Nacht vom 18. auf den 19. August könnten einige Kappa-Cygniden unterwegs sein. Ein sehr kleiner Schwarm, der aber in den vergangenen Jahren steigende Tendenzen gezeigt hat. Blickrichtung: zum Sternbild Schwan. Es sind nur wenige Meteore pro Stunde, dafür auffallend langsame.

Und in der letzten Nacht im August lohnt sich die Suche nach Meteoren noch einmal. Allerdings müssen Sie lange wach bleiben, bis es schon September ist: Erst um vier Uhr morgens tritt der Höhepunkt der Alpha-Aurigiden ein. Aber erwarten Sie nicht zu viel: Sechs Sternschnuppen pro Stunde werden vorhergesagt - dafür völlig mondfrei. Blickrichtung nach Osten, zum Fuhrmann.

Wenn Ihre Schnuppen-Suche von Wolken getrübt wird, dann gucken Sie ruhig mal genauer hin. Denn sogar Wolken können zur Zeit sehenswert sein: Hin und wieder gibt es im August leuchtende Nachtwolken.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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