Bayern 2


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Kulturpartner Bayern 2 KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Rund 100.000 Häftlinge hielt die SS zwischen 1938 und 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg gefangen. Mindestens 30.000 von ihnen kamen während der Haft ums Leben. Die SS-Führung hatte das Lager errichtet, um durch die Zwangsarbeit der Häftlinge die Granitvorkommen am Ort auszubeuten.

Stand: 27.04.2017

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg | Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Ab 1943 wurde das Lager zum Rüstungsstandort. Die Häftlinge mussten für die Firma Messerschmitt Flugzeugteile montieren. Zusätzlich wurde von Flossenbürg aus ein System von rund 90 Außenlagern verwaltet, welches sich von Bayern über Böhmen und Sachsen zog. Bei der Befreiung am 23. April 1945 fanden Soldaten der US-Army im Lager nur noch 1.500 Todkranke vor. Alle übrigen Häftlinge hatte die SS auf Todesmärschen aus dem Lager in Richtung Süden getrieben.

Amerikanische Sanitätsfahrzeuge vor einer Baracke | Bild: National Archives Washington / KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Das Lager Flossenbürg bei der Befreiung durch die Amerikaner

Nach 1945 wurden weite Teile des ehemaligen KZ-Geländes gezielt nachgenutzt, zerstört und bebaut. Auf einem kleinen Areal befindet sich seit 1946 eine der ältesten KZ Gedenkstätten Europas. Diese wurde Ende der 50er-Jahre durch eine Friedhofsanlage und 1985 durch eine kleine Ausstellung ergänzt. Seit wenigen Jahren ist der ehemalige Appellplatz, der über fünf Jahrzehnte als Industrieareal genutzt wurde, wieder Bestandteil der Gedenkstätte und bildet mit der ehemaligen Lagerküche und Wäscherei deren Kernstück.

Erinnerungsort Flossenbürg

Die Wiederentdeckung des europäischen Erinnerungsortes führte im Juli 2007 zur Eröffnung der Dauerausstellung "Das Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945". Der Leiter Dr. Jörg Skriebeleit plante von Anfang an den Umbau mit: "Wir wollen den Menschen, die hier nicht überlebt haben, mit dieser Ausstellung wieder etwas Würde geben."

2010 wurde in der ehemaligen Häftlingsküche eine zweite Dauerausstellung eröffnet: "Was bleibt?", fragt sie und zeigt die Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg. Die neue Ausstellung arbeitet erstmals in Deutschland den Umgang mit nationalsozialistischen Konzentrationslagern nach 1945 in einer umfassenden Schau auf. Die widersprüchlichen Nachwirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg, die Spannungen zwischen Gedenken und neuer Nutzung, werden dabei in die Zeitgeschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute eingebettet. Die Ausstellungsmacher wollten keine klassische Dokumentation mit Schautafeln und festgelegtem Rundgang - daher können die Besucher sich frei zwischen den Multimedia-Stationen bewegen.


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