Mitmachstation
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Kunstmuseum Kindermuseum Erlebnisräume Edwin Scharff Museum
"Jeder Mensch ist ein Künstler in dem Sinne, dass er etwas gestalten kann": Statt den populären Spruch von Joseph Beuys zu zitieren, macht das Neu-Ulmer Museum die Probe aufs Exempel. Es zeigt Kunstwerke seines Namensgebers Edwin Scharff und von dessen Zeitgenossen und animiert kleine und große Menschen zum eigenen Schaffen.
Das 1999 erbaute, gut 1.400 Quadratmeter große Museum befindet sich mitten in Neu-Ulm am Petrusplatz. Grundstock des Hauses sind die Werke des Bildhauers und Grafikers Edwin Scharff, der 1887 in Neu-Ulm geboren wurde und zu einem der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurde.
Kunst und mehr
Doch das Museum bietet mehr als Kunst: Im Zusammenhang mit den Ausstellungen eröffnet es reale und mentale Erlebnisräume, in denen Groß und Klein feiern, Ungewohntes erfahren, Neues erforschen können oder auch nur in Ruhe, mit oder ohne Anleitung nachdenken können. Mitmachen, anfassen und erleben ist vor allem gefragt im Kindermuseum, das jährlich wechselnde Ausstellungen präsentiert. In "Achtung Familie!" ging es um die unterschiedlichsten Formen der heutigen Familien samt den Freuden und Leiden des Familienlebens. "Ganz weit weg und doch so nah" eröffnet den hiesigen Kindern das Zuhause anderer Kinder in aller Welt, in "Erzähl mir was vom Tod" wird sich alles um Alter, Zeit und Vergänglichkeit drehen.
Edwin Scharff und die Klassische Moderne
Scharff studierte an der Münchner Akademie der Künste Malerei, begegnete bei seinem einjährigen Parisaufenthalt vor dem Ersten Weltkrieg allerhand Avantgardisten, gründete zusammen mit Paul Klee, Albert Weisgerber u.a. die Münchner Neue Sezession und lehrte von 1923 an Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er an die Kunstakademie Düsseldorf versetzt, doch seine expressiven Figuren gefielen den Nazis nicht - 1937 wurde er als entarteter Künstler diffamiert. Nach dem Krieg war Scharff wieder gefragt: Er nahm Teil auf der documenta 1 und 2 in Kassel.
Sonderausstellungen zur Klassischen Moderne
All die verschiedenen Stationen seines Lebens brachten Edwin Scharff zusammen und zur Auseinandersetzung mit den prägenden Stilrichtungen seiner Zeit: Mit dem Impressionismus französischer und deutscher Provenienz, dem Expressionismus, dem Kubismus und schließlich mit der Abstraktion. In wechselnden Sonderausstellungen dokumentiert das Museum seinen Namensgeber im Kontext seiner Zeit und in der Auseinandersetzung mit seinen Zeitgenossen: Bildhauer wie Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Bernhard Heiliger, Gerhard Marcks und William Wauer, die expressionistischen Maler der Brücke und der sich zwischen Impressionismus und Jugendstil bewegenden Künstlergruppe Scholle.
Kontrastprogramm von Ernst Geitlinger
Kontur gewinnt das figürliche Schaffen von Edwin Scharff auch im Kontrast zu dem Maler und Professors der Münchner Kunstakademie Ernst Geitlinger (1895-1972). Anders als Scharff hat Geitlinger früh den Schritt zur Abstraktion gewagt - 50 Werke aus seinem Nachlass flankieren die ständige Präsentation von Scharffs Werk.
Edwin Scharff Museum
Kunstmuseum.Kindermuseum.Erlebnisräume
Petrusplatz 4,
89231 Neu-Ulm,
Tel. 0731 – 9 72 63 18

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