Bayern 2


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Bayern 2 präsentiert Glanz und Grauen - Mode im "Dritten Reich"

Trug die typische Frau in der Zeit des Nationalsozialismus am liebsten Dirndl? Oder kleidete sie sich elegant wie deutsche Leinwandstars? Sonderausstellung im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim).

Stand: 17.05.2017

Abendkleider, Alltagskleider, Notgarderobe

Viele Mythen ranken sich um die Mode zur Zeit des Hitler-Regimes. Die Ausstellung klärt auf und präsentiert auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern mehr als 100 Exponate. Dabei reicht die Spannweite von seidenen Abendroben und raffinierten Kleidern bis hin zu einfacher Alltags- und Berufsgarderobe, Kleidern aus Ersatzstoffen und solchen der Notkultur.

Kleidung war auch ein politisches Statement: Abzeichen, Uniformen oder Plaketten waren Symbole der Dazugehörigkeit - oder der Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen.

Enteignung und Verbrechen

Schuhe der Firma Salamander

Rohstoffe waren knapp, Textilien Mangelware - so beschlagnahmten die Nationalsozialisten auch Kleidung von Juden oder Bewohnern besetzter Gebiete, um die regimetreue Bevölkerung einzukleiden. In diesem Zusammenhang stand auch die Schuhlaufstrecke im KZ Sachsenhausen: Deren Häftlinge mussten den ganzen Tag in unpassendem Schuhwerk im Kreis laufen, um neue Materialien für Schuhsohlen zu testen – und kamen dabei häufig zu Tode.

Die Perspektive der "kleinen Leute"

Augsburgerinnen beim Eintopf-Essen im März 1939

Für die Ausstellung wurden Zeitzeugen befragt, Quellen gesichtet und textile Objekte untersucht. Viele Menschen haben Kleider und Fotos zur Verfügung gestellt und damit Erfahrungen und Geschichten ins Museum gebracht, durch die nicht nur die Politik des Regimes, sondern auch die vielfältige Perspektive der Beherrschten sichtbar gemacht werden konnte. Die Ausstellung markiert auch das Ende einer Ära, denn zukünftig wird die Geschichtsschreibung im Dialog mit den Zeitzeugen kaum noch möglich sein.

Glanz und Grauen - Mode im "Dritten Reich"

Die Sonderausstellung ist vom 13. Mai bis zum 22. Oktober 2017 im Augsburger Textil- und Industriemuseum zu sehen.


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