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Grenzland-Filmtage in Selb Frischer Ostwind und 75 Stunden Film

Ab 20. April heißt es in den Selber Kinos wieder: Film ab! Das zweitälteste Filmfestival Bayerns, die Grenzland-Filmtage Selb finden heuer das 40. Mal statt. Die Selber Grenzland-Filmtage bewahrten sich über all die Jahre den filmischen Blick aus dem Fenster nach Osten. Grenzthemen sind nicht nur geographisch ein Thema, sondern lassen keinen Bereich im persönlichen und gesellschaftlichen Leben aus - ob satirisch oder bitterernst umgesetzt.

Stand: 19.04.2017

Plakat der 40. Grenzland Filmtage Selb | Bild: Grenzland Filmtage Selb/Montage: BR

Vom 20. bis 23. April 2017 werden 75 Stunden Film gezeigt. Wie in den vergangenen Jahren hat das Team ein abwechslungsreiches Programm aus Spielfilmen, Dokumentationen und Kurzfilmen zusammengestellt und sich bei unterschiedlichen Partnerfestivals in Ungarn und Polen weiter inspirieren lassen.

Kino jenseits der Grenze

Szenenbild aus "Die Reise mit Vater"

Dieses Jahr werden auch in Tschechien, in Asch, an zwei Tagen grenzübergreifend Filme gezeigt. Das bedeutet auch eine Rückbesinnung auf die Zeiten, als das Festival entstanden ist, zu Zeiten des Eisernen Vorhangs. In Selb sollten, so war der ursprüngliche Gedanke, kreative Filmschaffende aus den Ostblockstaaten eine Möglichkeit haben, ihre Filme dem westlichen Publikum zu präsentieren.

Ein verstärkter Fokus liegt wie jedes Jahr auf der Nachwuchsförderung. Damit bieten die Filmtage Besuchern und Filmschaffenden ein gänzlich neues Spektrum an Filmen. Filme, die sich mit Grenzen beschäftigen. Filme, die unter die Haut gehen.

Kino als Erlebnis

Weit über fünfhundert Filmanmeldungen bestätigen jährlich das Team in seinem Auswahlkonzept: Gute Filme, die Grenzthemen berühren, sind nicht eine Frage des Etats, sondern der gekonnten künstlerischen Umsetzung. Diesem Kriterium folgt die Auswahl und Zusammenstellung des Festivalprogrammes, denn nicht nur einfach unterhalten wollen die Macher, sondern Kino als Erlebnis präsentieren. Das gelingt ihnen immer wieder aufs Neue und auch im 40. Jahr gibt es ein erlebnisreiches Programm bei den Filmtagen.

Eröffnungsfilm: "Die Reise mit Vater"

Eine bewegende Geschichte - sie spielt in einem bewegten Jahr: 1968. Vor dem Hintergrund des „Prager Frühlings“ erzählt sie von Rumäniendeutschen aus Arad (Rumänien) - zwei ungleichen Brüdern und deren Vater - die sich auf eine Reise in die DDR begeben. Nach Wunsch des älteren Bruders soll dort durch eine Operation des lebensüberdrüssigen Vaters das Familiengleichgewicht wieder hergestellt werden. Doch als die Grenzen zurück in die ČSSR durch sowjetische Panzer geschlossen werden und die Familie sich plötzlich in der BRD wieder findet, stellt sich in der neuen Situation die universelle Frage: Ist das scheinbar zum Greifen nahe persönliche Glück wichtiger als die Familie?
Ein herzenswarmer Film, der ungeheuer komisch und tragisch zugleich ist.

"Seelenspiel", ein Film aus der Region

Das Fichtelgebirge mal ganz anders. Der Frankenprinz Ulrich ist verzweifelt: Seine Geliebte, die Wendenprinzessin Irene, wurde vom Teufel verflucht. Nur der Waldläufer Heinrich und Luise, ein Mädchen aus unserer Zeit, können helfen.
Max Körner, der Regisseur, wurde 1991 in Erlangen geboren, wuchs im oberfränkischen Selb auf und ist seiner Heimat bis heute treu verbunden.

Zudem geht es an den vier Tagen kriminell, mysteriös, zwischenmenschlich und nicht alltäglich zu.

Das Festival

40. Grenzland-Filmtage Selb

20. - 23. April 2017
Kino-Center Selb
Poststr. 5
95100 Selb

Alle Informationenzum Programm auf der Homepage des Festivals:


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