Bayern 2 - Zündfunk


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München, 15.10.2017 The Jesus and Mary Chain

Die Band besteht aus zwei ständigen Mitgliedern, den Brüdern Jim und William Reid. In ihrer Heimatstadt East Kilbride/Schottland nehmen sie 1983 erste Demobänder auf, die so gar nicht nach dem computergesteuerten Synthiesound der Achtziger klingen. Viel mehr lassen sie mit Rückkopplungen und Noise-Attacken die Gehörgänge rauschen.

Von: JSMarketing, Summer, Reich

Stand: 15.10.2017

The Jesus and Mary Chain | Bild: bright-light-concerts; QQ5 The Label

15 Oktober

Sonntag, 15. Oktober 2017, 20:00 Uhr

Theaterfabrik, Grafinger Str. 6, München:

Beginn: 20.00 Uhr, Tickets: 34,00 Euro zzgl. Gebühr / Ort: Theaterfabrik

So machte sich die Band ab Mitte der 80er mit einem ganz eigenen Sound und krawalligen Kurz-Konzerten einen Namen. Denn JAMC-Gigs dauern zu jener Zeit nie länger als 25 Minuten. "Es gab noch keine Band, die gut genug war, um länger zu spielen", ist das Statement der Reids dazu. Dem Publikum ist diese Begründung egal und so kommt es nach den Konzerten manchmal zu Ausschreitungen. Doch nicht nur mit denen legen sich The Jesus and Mary Chain an. Auch mit dem Gesetz sind sie sich nicht einig. So nimmt man sie in Deutschland fest, in England werden sie wegen des Besitzes von Amphetaminen vor Gericht gestellt.

Schon hier zeigt sich, dass die Zusammensetzung der Band außer dem harten Kern der Reid-Brüder nicht sehr beständig ist. Der Drummer fliegt raus und plötzlich sitzt Bobbie Gillespie hinterm Kit. Bald hält Alan McGee sein Label für zu klein, um das Potenzial der JAMC angemessen zu fördern. Größeren Erfolg im Blickwinkel wechseln die Jungs zu Blanco Y Negro, einem Warner-Sublabel.

Im November 1985 schufen sie eines der wichtigsten Alben der Indie-Rock-Geschichte, ihr erster Longplayer "Psychocandy". Zu spätem Ruhm gelangt die Singleauskopplung "Just Like Honey", als Sofia Coppolas den Song prominent in ihrem Film "Lost In Translation" featured.

Dann 2007 refomierten sich The Jesus And Mary Chain erstmals und spielten auf dem Coachella Festival. Trotz regelmäßiger Tourneen – wie z. B. die 2015er Tour, die im Zeichen ihres Meilenstein-Albums “Pyschocandy” stand, brauchte es einige Zeit, bis sich die Musiker darauf einigen konnte, ein siebtes Album aufzunehmen. “Wir fingen an mehr aufeinander zu hören”, erklärt Jim. “In den vergangenen Jahren haben wir das Kriegsbeil, zumindest zu einem gewissen Grad begraben. Die meisten Menschen würden zwar nicht sagen, dass wir ausgeglichener geworden sind, aber ich denke es hat mehr etwas damit zu tun, dass Weisheit mit dem Alter kommt. Lasst uns leben und lasst leben und hört auch mal auf andere Meinungen.”

Die Arbeit an ‘Damage and Joy’ (eine Referenz an die englische Übersetzung des Wortes Schadenfreude) begann im September 2015, mit Produzent Youth, der Bass und ein gewisses Maß an Diplomatie zu den Aufnahmesessions die in London, Dublin und Granada, Spanien stattfanden, beisteuerte. Alan McGee war dann der erste, der begeistert der Welt mitteilte, dass ein neues JAMC Album in Arbeit ist.

Das Album beginnt mit “Amputation”, in dem Wellen von verzerrten Gitarren und Jim’s unbekümmerte Vocals kollidieren, um daraus einen hypnotischen Track zu schaffen, der sich mit seinem Gefühlen “being edited out of the whole music business… I felt like a rock ‘n’ roll amputation” befasst. Weitere Highlights sind die neue Version von “All Things Must Pass’, das zuvor bereits in der TV-Serie ‘Heroes’ zu hören war und später auf ‘Upside Down: The Best of The Jesus and Mary Chain’ erschienen ist, sowie der raue Garage-Rocker ‘Facing Up To The Facts’, der die offenbarende Textzeile: “I hate my brother and he hates me / That’s the way it’s supposed to be” enthält.

"Das Interessante an dieser Platte ist, was aus den Lautsprechern heraus kommt", erklärt Jim. "Eine gute Platte aufzunehmen ist schon eine Leistung, wenn man 22 ist, aber wenn Du das auch mit über 50 schaffst, grenzt das an ein kleines Wunder."


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