Bayern 2 - Zündfunk


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Nürnberg, 03.03.2018 Erobique

Carsten 'Erobique' Meyer ist sein ihm eigenes Genre. Nachdem in den vergangenen 20 Jahren jeder Bus mit dem jeweils neuesten Disco-Revival an ihm vorbei und auch wieder zurückgefahren ist, kann man es nicht anders ausdrücken. Wenn es in den Metropolen heißt: "Erobique ist in der Stadt", freuen sich etliche tanzwütige Menschen zwischen 18 und 80 auf verschwitzte fast sakrale Stunden voller improvisierter Disco-Licks und haarsträubende Gesangseinlagen.

Von: Z-Bau, Nürnberg

Stand: 18.10.2017

Erobique live | Bild: Design by Albert Imhof – mit Daisy Medancin

03 März

Samstag, 03. März 2018, 22:00 Uhr

Z-Bau – Haus für Gegenwartskultur | | Frankenstr. 200 | 90461 Nürnberg :

Tickets ab 21,02 Euro / Ab 18 Jahren

20 Jahre ist er nun dabei – 1997 veröffentlichte der gebürtige Westfale Carsten Meyer seine erste Maxi als Erobique. 1998 dann sein Debüt „Erosound“ - mit funky Disco-Sound, der an die damals florierende French-House-Szene anknüpfte. Er zog nach Hamburg und gründete mit DJ Koze und Cosmic DJ das Electro-Trio International Pony. Mit dem Shuffle-Hit „Leaving Home“ landeten sie 2002 in den Jahres-Charts – in England veröffentlichte es das Label von Fatboy Slim.

Meyer ist vielseitig wie kaum jemand anders in Deutschland: „Keil Stouncil À Paris“ von 2005 war ein Album voller Kinderlieder. Mit Jacques Palminger (von Studio Braun, Fraktus) arbeitete an der Theatermusik „Songs For Joy“. Daraus kennen wir „Wann strahlst du?“ Mit Comedien Oliver Polak nahm er „Last Uns Alle Juden Sein“ auf.

Längst ist Erobique ein gefragter Soundtrack-Komponist: „Der Tatortreiniger“, „Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt“ (der Film zum Sven Regener Buch über ein Techno-Label und seine Club-Tour durch Deutschland) oder „Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte“ (der Mockumentary über das angebliche Comeback der fiktiven 80er-Band Fraktus). Überall sitzt er an den Tasten.

Aber was Carsten „Mampf“ bzw „Wampe“ Meyer, wie er sich auch schon nannte, einmalig macht: er verkriecht sich trotz der vielen Aufträgte nicht nur ins Studio oder ins Theater: seine Live-Auftritte sind ein Erlebnis. Wenn er Hits aus der Pop-Geschichte ins Deutsche überträgt: aus Marshall Jeffersons „Move Your Body“ wird bei ihm an der Disco-Orgel bzw Club-Keyboard „Bewegt Eure Körper“ oder aus Michael Jacksons „Billy Jean“ wird „Billig Jeans“. Man merkt: ihm sitzt der Schalk im Nacken: mit Jacques Palminger machte er aus Whams „Careless Whisper“ „Careless Pimper“. Niemand sonst rockt aus dem Stegreif mit soviel Funk und Soul den Club von Heute. Ein Phänomen abseits der Charts und einer wenigen Deutschen, der sich angenehm locker machen kann.


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