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Nick McCarthy nach dem Ausstieg von Franz Ferdinand "Wir mussten viel in Babysitter investieren"

Letzte Woche der Schock: Nick McCarthy, Gründungsmitglied der britischen Band Franz Ferdinand, verlässt die Band. Der Rosenheimer macht mit seiner Frau ein neues musikalisches Projekt: Ein Gespräch über seine Work-Life-Balance.

Von: Sebastian Heigl

Stand: 20.07.2016

Nick McCarthy  | Bild: picture-alliance/dpa

Nach mehreren Top 10 Alben, dem Mercury Prize und  zwei BRIT AWARDS wird nun Urlaub beantragt. Nick McCarthy, der Leadgitarrist der britischen Band Franz Ferdinand, legt eine Pause ein. Pause bedeutet aber lange nicht den  kompletten Ausstieg aus dem Musikkosmos. Letzte Woche hat McCarthy mit seinem neuen Bandprojekt „MANUELA“ die erste Single „Cracks in the Concrete“ veröffentlicht. Am Montagabend  ist er in den Münchner Kammerspielen bei einer Benefizgala für den Kulturkreis München aufgetreten. Sebastian Heigl hat ihn dort getroffen und mit ihn über Trennung, Wiedergutmachung und Manuela gesprochen.  

Du hast dich jetzt gerade erst von deiner Band Franz Ferdinand getrennt bzw. eine Auszeit genommen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Ich wollte einfach mal was anders machen. Ich bin jetzt irgendwie 15 Jahre lang mit Franz Ferdinand um die Welt getourt und hab Platten gemacht. Ich wollte auch nicht mehr nur Drei-Minuten-Songs schreiben. Einfach mal andere Sachen ausprobieren - und auch zuhause sein, ich hab zwei Kinder. Das verstehen die Jungs aus der Band natürlich, die sehen das auch ganz positiv. Ich finde das auch cool, dass sie weiter machen. Wieso denn nicht?

Du hast jetzt ja ein neues Bandprojekt gestartet. Manuela heißt es, mit deiner Frau zusammen. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, jetzt zusammen Musik zu machen?

Ich schreib schon seit Jahren mit meiner Frau zusammen Musik. Wir haben auch zusammen schon „Box Codax“  als Band gehabt. Jetzt hab ich beschlossen, ein bisschen Urlaub von Franz Ferdinand zu nehmen. Das einzige, was sich verändert hat, ist, dass ich jetzt Zeit hab: Und dann kam ein Album dabei raus. Jetzt haben wir gesagt: Dann spielen wir halt ein paar Shows und schauen was wir so treiben können. Wie immer halt.

Gibt's da bei euch eine gewisse Aufteilung? Wer schreibt den Text, wer schreibt die Musik?

Die Manuela schreibt wahnsinnig gute Texte, deshalb hab ich das lieber nicht gemacht. Ich hab die meiste Musik geschrieben. Aber es ist schon schwierig als Paar: Denn normalerweise hängen die Kinder immer an einem rum . Wir mussten viel Geld in Babysitter investieren, um diese Platte schreiben zu können. Sau blöd. Rock n‘ Roll eben. Aber es war echt schön mal wieder Zeit alleine zu haben. Es kommt viel Liebe aus den Songs raus. Die Platte ist auch schon fertig. In drei bis vier Monaten kommt sie raus, denk ich. Wir gehen auch auf Tour im Oktober, November und dann im neuen Jahr.

Letze Woche habt ihr euren ersten Song aus der Platte, „Cracks in the Concrete“, veröffentlicht. Beim Hören fällt auf, dass ihr euch sehr stark an den Sound der 80er Jahre angenähert habt: Analoge Synthesizer, Drum-Computer. warum genau die 80er Jahre?

Die Ära war halt saugeil. Ich liebe auch so Disco-Zeug aus den 70ern. Wo alle noch Instrumente gespielt haben nur der Drummer war an der Drum-Maschine. Und natürlich auch so Goth-Zeug, da waren ja  auch immer Drumcomputer dabei. Bei „Sister of Mercy“ zum Bespiel. Ich hab schon immer mit den 80er Jahren geflirtet.  Auch bei Franz Ferdinand, natürlich.

Was wirst du denn an Franz Ferdinand vermissen? Bzw. Könntest du dir vorstellen auch irgendwann zurückzukommen?

Für mich war das einfach eine wahnsinnig tolle Band. Es hat einfach bei uns geklickt. Das wird's wahrscheinlich nie wieder geben in meinem Leben. Wir mussten nur irgendein Lied spielen und es hat einfach funktioniert. sowas kann man nicht erklären. Und das funktioniert  selten. Auch das letze Konzert mit Franz Ferdinand hier in München fand ich wahnsinnig toll. Es war so voll im Zenith. So was werde ich dann wahrscheinlich schon vermissen und dann wird's mich auch wieder zurück drücken. Ich mein der Alex wohnt auch gleich um die Ecke bei mir und wir sehen uns ja auch noch. Das passt schon. Ich mein, es hieß ja auch, dass sie als Ersatz für mich zwei Leute brauchen. (lacht) Na, Schmarrn!


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