Bayern 2 - Zündfunk


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Mein erstes Mal ZündfunkhörerInnen erzählen von ihrer ersten Platte

Die allererste Platte: an die erinnern sich Musikfans ganz genau. Hier erzählen Zündfunk-Hörerinnen und Hörer aus ganz Deutschland, die Geschichten von ihrer ersten Platte. Da ist alles dabei von Heino bis Pink Floyd, von Trio bis zu Grandmasterflash, von Supertramp bis Prodigy.

Von: Tobias Ruhland

Stand: 07.09.2017

Eine junge Frau hört Schallplatte | Bild: picture-alliance/dpa

Mein erstes Mal: Drei Menschen und die Geschichten zu ihrer ersten Platte

Klaus Wanjura aus Coburg

"Winter 1981/82. Auf meinen täglichen Streifzügen durch die beiden Coburger Plattenläden dringen exotische Klänge an meine Ohren. Minimalistisch, trashig, rotzig und gleichzeitig grundentspannt. Ich hin zum Verkäufer – und schon 20 Minuten später läuft auf der elterlichen Stereoanlage ein Album, das mich für Monate nicht mehr in Ruhe lässt. Es ist das Debüt von Trio. Eines der wenigen Male in meinem Leben bin ich tatsächlich Trendsetter, lasse Freunde an dieser Entdeckung teilhaben. Laufe einen ganzen Sommer mit dem selbst gemalten T-Shirt mit den zwei Herzen, eines davon durchgestrichen, durch meine Stadt. Das Trio-Album ist der einzige Vinyl-Longplayer, den ich heute noch besitze."

Gaby Werth aus München

"Meine erste Platte war 'Kinks in Germany'. Es erschien 1965 und zwar nur in Deutschland. Insofern ist es eine Rarität für Kinks-Fans und kostet heute ein ganz gutes Sümmchen als Vinyl-LP. Die Kinks gaben 1965 auch ihr erstes Konzert in Deutschland, in der Berliner Waldbühne. Ich war damals 13 Jahre alt und es war damals auch mein erstes Konzert. Ich durfte da auch nur hin, weil es eine Nachmittagsvorstellung gab. Bei dem Gerempel vor der Bühne verlor ich einen Schuh, den dann jemand auf die Bühne schmiss und so musste ich nach dem Konzert meinen Schuh wieder auf der Bühne aufsammeln, um wieder nach Hause laufen zu können. Das werde ich nie vergessen."

Andreas Weiß aus München

Albumcover Extrabreit "Welch ein Land! Was für Männer" | Bild: Reflektor Z

"Meine erste Scheibe war von Extrabreit 'Welch ein Land! Was für Männer'. War alles ok, bis auf die zwei letzten Songs: 'Salome, schönste Hure des Morgenlandes" und 'Annemarie, du bist blond wie Bier / Annemarie, bitte... mit mir'. Sofort stand die Zensur vor meiner Tür in Form meiner Mutter, die die Platte beschlagnahmte. Ich habe die Platte erst Wochen später wieder bekommen. Ich habe sie heute noch und halte dieses Album für eine der besten NDW-Scheiben, die damals gemacht wurden."


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