Mach dich vom Acker! Wie sich Gemeinden gegen Neonazis wehren
Seit die Morde des Zwickauer Trios bekannt wurden, treten Neonazis in Bayern noch dreister und provokativer auf. Besonders auf dem Land werden Aktivitäten von Rechtsextremen sichtbar - jetzt hier die Sendung nachhören!
Besonders auf dem Land werden Aktivitäten von Rechtsextremen sichtbar: während in einer Großstadt eine Neonazi-Demo schon mal im Wochenend-Shopping-Wahn untergehen kann, wird eine kleine Gemeinde regelrecht lahmgelegt, wenn Neonazis auf den Marktplatz marschieren. Gleichzeitig ist aber in den Städten die Sensibilität gegen rechtsextremistische Ansichten höher, es finden sich eher Menschen, die dagegen aktiv werden. Denn auf dem Land gab es als Reaktion auf Neonazis in den letzten Jahren regelmäßig die "Vogel-Strauss-Technik", das bewusste Wegschauen und die Hoffnung, die Neonazis als Nachbarn würden schon nicht so schlimm sein.
Der Zündfunk besucht drei Orte in Bayern, die schon länger mit Neonazis zu kämpfen haben – Halsbach bei Altötting, Oberprex, in der Nähe von Hof und Murnau im Werdenfelser Land. In Halsbach hatten Mitglieder einer rechtsextremen Kameradschaft einen Gasthof angemietet, dort Konzerte und Vorträge veranstaltet. In Oberprex gelang es ihnen sogar, einen alten Gasthof zu kaufen - dort können nun Neonazis wie Martin Wiese ungestört auftreten. Und in Murnau finden im Laden eines rechten Versandhandels "Liederabende" statt. In allen drei Orten ringen die Bürger um die richtige Form des Protestes zwischen "Ignorieren" und "Demonstrieren".

Wetter

