Bayern 2 - Zündfunk


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Zündfunk Netzkongress Der US-Wahlkampf und die Social-Media Authentizität

Der US-Wahlkampf wird stärker denn je von den sozialen Netzwerken und ihren Filter Bubbles bestimmt, darin waren sich die drei USA-Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung beim Zündfunk Netzkongress in München einig.

Von: Verena Hampl

Stand: 15.10.2016

Donald Trump, Hillary Clinton bei der zweiten Präsidentschaftsdebatte | Bild: picture-alliance/dpa

44 Prozent der Amerikaner nutzen Facebook inzwischen als Haupt-Nachrichtenquelle. Die Präsidentschaftskandidaten wissen das natürlich und richten ihren Wahlkampf immer stärker auf Instagram, Twitter und Co. aus. Für SZ-Korrespondent Johannes Kuhn hat Hillary Clinton die Eigenwerbung im Netz perfektioniert, ist auf sämtlichen Kanälen vertreten – sogar auf Snapchat. Doch ihr fehle die Glaubwürdigkeit:

"Von der Strategie her macht sie alles richtig, aber ihr fehlt die Authentizität, die man in den sozialen Netzwerken braucht. Trump dagegen lebt in dieser Welt auf eine seltsame Art. Er ist authentisch, auf Twitter kann jeder lesen, was er zweifellos selbst geschrieben hat. Auf dieser Ebene ist es ganz anders als in den beiden Obama-Wahlkämpfen."

SZ-Korrespondent Johannes Kuhn

Verschwörungstheorien und Hacks

Ein weiteres, neues Extrem: In den sozialen Netzwerken werden im großen Stil Verschwörungstheorien verbreitet. Korrespondent Matthias Kolb erklärt, die meisten Republikaner seien überzeugt, die Moderatoren der US-Debatte seien alle gegen Trump. Hakan Tanriverdi, der aus New York berichtet, merkt außerdem an, „dass große Teile des Wahlkampfs mit Material geführt werden, dessen Ursprung entweder gehackte oder geleakte Dokumente sind. Hacker seien zum Beispiel in Parteinetzwerke eingedrungen und hätten dort Dokumente geklaut. Viele IT-Firmen vermuteten nun, dass hinter dem Hack Russland stecke. So entstünden immer neue Verschwörungstheorien – und damit Futter für die Filter Bubbles.


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