Bayern 2 - Zündfunk


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Die besten Serien 2016 Was uns an den Bildschirmen festgeklebt hat

80s-Nostalgie trifft auf technologische Dystopien. Neben vielen neuen Serien hat der Zündfunk alte Lieblinge weiterverfolgt und sich von neuen Staffeln überzeugen lassen. Die zehn besten TV-Serien des Jahres, empfohlen von eurem Zündfunk.

Von: Zündfunk

Stand: 22.12.2016

Mr. Robot | Bild: Universal Pictures Germany

Platz 1. Stranger Things

Die vier Hauptfiguren Will, Mike, Lucas und Dustin sind eine Bande 12-jähriger Meganerds: Sehr clevere Außenseiter, die von Gleichaltrigen gemieden werden, von uns Zuschauern geliebt. Als Will von einem Spieleabend heimradelt, verschwindet er. Seine Mutter dreht durch, die Polizei schwärmt aus, die gesamte Kleinstadt hat Angst vor einem Kindermörder. Vom Set-Design, über Frisuren, bis zum Soundtrack sieht hier alles aus wie ein Spielberg-Film der 80er und das Nostalgie-Versprechen löst „Stranger Things“ auch in Story-Anleihen ein: Der Film "Poltergeist", die Kinder in den Goonies, die Telekinese aus Geschichten von Stephen King.

Platz 2. Black Mirror

Auch in der dritten Staffel von "Black Mirror" geht es in abgeschlossenen Folgen darum, wie Technologie uns unterjochen kann. Von einem fiktiven Social Network bis hin zu Hass im Netz wird jedes Szenario so lange durchgespielt, bis alles auseinander bricht und das Leben der Protagonisten eigentlich nur noch eins ist: Zerstört. Toll inszenierte Dystopien des High-Tech-Alltags.

Platz 3. Mr. Robot

Elliot ist ein begnadeter Hacker, unsozial, drogenabhängig, hasst alles um sich herum und lebt deshalb komplett in seiner eigenen Welt. In Staffel 1 von "Mr. Robot" legt sich Elliot mit dem Konzern E(vil) Corp an. In Staffel 2 versucht er unterzutauchen – was ihm nicht wirklich gelingt. Eigentlich sollte "Mr. Robot" ein Film werden. Als der Serienerfinder aber merkte, dass niemand ein Drehbuch mit mehreren hundert Seiten verfilmt, hat er kurzerhand eine Serie daraus gemacht. Und was für eine: clever, stylisch und packend. Die realistischste aller Hacker-Serien überzeugt durch ihren gespaltenen Protagonisten – und die neuen, starken Frauenfiguren in Staffel 2.

Platz 4. Bojack Horseman

Ein Zeichentrick-"Porny": fiese Mediensatire, bevölkert von Menschen und sprechenden Tieren - allen voran Pferd BoJack Horseman, in den 90ern Star einer extrem erfolgreichen Heile-Welt-Sitcom namens "Horsin' Around", heute Whisky-Trinker und manisch depressiv. Gesprochen wird Bojack von "Arrested Development" Serienschauspieler Will Arnett und sein ewiger Buddy Todd wird von Paul Aaron, bekannt als Jesse "Breaking Bad" Pinkman, vertont. Wenn das mal kein gutes Omen ist. Bojack Horseman Fans behaupten: Eine der Folgen aus der mittlerweile dritten Staffeln ist eine der besten Serienfolgen aus dem Jahr 2016 überhaupt, nämlich die Unterwasserfolge "Fish Out Of Water".

Platz 5. Transparent

Diese Familie ist der Traum aller Genderforscher, Soziologieprofessoren und hippen Poser. Und das Schöne daran: Transparent gibt damit gar nicht an, haut nie auf die Pauke, kommt so leicht daher wie ein Eiskonfekt und so leise traurig wie die Songs von Sufjan Stevens. Wir sehen die Familie um den Uniprofessor Mort Pfefferman, der im Rentenalter endlich seinem Wunsch folgt als Frau zu leben, und seine drei erwachsenen Kinder. Die sind aber selbst zu busy mit ihrem eigenen Leben, um tatsächlich zu erfassen, wie es Vater Maura mit ihrer neuen Freiheit geht. Alles ist mühelos durchgegendert, trotzdem schauen wir einer Familie zu, die ganz normal streitet, eifersüchtelt, auseinandergeht und wieder zusammenfindet.

Platz 6. Better Call Saul

Das Spin-Off von "Breaking Bad" zeigt: Ein schmieriger Anwalt taugt nicht nur zur Witzfigur. Better Call Saul erzählt die Geschichte von Saul Goodman's Vorleben. Mit dem großartigen Bob Odenkirk als Saul pendelt sie gekonnt zwischen Komik und Tragik.

Platz 7. Atlanta

Diese Serie wird als eine der realsten HipHop Serien gehandelt. Earn lebt in Atlanta und hat derzeit schlechte Karten: Mistiger Job, keine Ausbildung, keinen Plan. Als sein Cousin als Rapper Paper Boy ein gehyptes Mixtape veröffentlicht, hat Earn eine Idee. Er will Rapmanager werden. Nur muss Earn ziemlich fix lernen, dass das der Durchbruch im harten HipHop-Geschäft nicht unbedingt leicht wird.

Und der Schauspieler, der Earn verkörpert, der muss es wissen. Das ist nämlich Donald Glover, auch bekannt als Rapper Childish Gambino. Der hat auch das Drehbuch geschrieben und setzt die Rap-Stadt Atlanta und ihren Sound realistisch in Szene.

Platz 8. Game of Thrones

Religiöse Fanatiker, Zwangsheirat, eiskalte Zombies und natürlich Drachen: Die Blut-und-Schwerter-Soap aus Westeros haut in der neuesten Staffel Game of Thrones wieder mächtig auf den Putz: Die unausweichliche Targaryen-Invasion von Westeros kommt endlich ins Rollen. Wurde auch Zeit, dass sich die über Kontinente verstreuten Handlungen mal vereinen. Vielleicht werden wir aber auch nur grandios hinters Licht geführt.

Platz 9. House of Cards

Nachdem Staffel drei von "House Of Cards" allgemein als eher mau galt, geht "House of Cards" in der vierten Staffel wieder in die Vollen. Es gibt nicht mehr ein großes Problem, das Frank Underwood aus dem Weg räumen muss, sondern eine Präsidentschaftswahl - alles ist in die 13 Episoden reingequetscht.

Und "House Of Cards" ist in seiner vierten Staffel mehr Seifenoper denn je. Die Serienautoren wollen nicht mehr wie Shakespeare sein, sondern wie GZSZ. Im besten Sinne des großen Dramas.

Platz 10. Preacher

Es hat schon seine Gründe, warum sich so lange niemand dem Kult-Comic "Preacher" filmisch genähert hat. "Preacher" ist nicht nur ultrakomplex, hat endlose Irrungen und Wirrungen, sondern ist auch wahnsinnig brutal, blasphemisch und total verspult: Pfarrer Jesse Custer hört sich tagsüber die Probleme seiner Schäfchen an und trinkt sich abends seinen eigenen Frust vom Leib. Jesse ist einsam, Amateur-Alkoholiker und hat ein langes Vorstrafenregister. Das hat sich inzwischen auch in seiner kleinen Gemeinde Annville rumgesprochen. Unterstützt wird Jesse vom britischen Vampir Cassidy – allein seine zumeist betrunkenen Auftritte sind das Reinzappen schon wert.


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