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Blog, Podcast, Doku über den Tod Drei Angebote, die uns im Netz beim Trauern helfen

Wir blenden den Tod gerne aus - solange es geht. Das ist nicht immer eine gute Idee. Drei Formate im Netz zeigen uns einfühlsame und nicht immer nur traurige Wege mit dem Tod und der Trauer umzugehen. Zum Hören, Zuschauen und Mitmachen.

Von: Sophie Marsh

Stand: 27.07.2017

Finger drückt auf Ende Taste | Bild: picture-alliance/dpa

Wir reden über den Tod, wenn jemand in unserem Umfeld betroffen ist oder der Opa im Sterben liegt. Dann werden wir mit Fragen konfrontiert, auf die wir keine Antworten wissen. Oder erleben Situationen mit denen wir nicht gelernt haben umzugehen. Das Reden über den Tod ist oft noch ein Tabu. Schade eigentlich. Denn es wäre gut, drüber zu reden, oder zumindest jemandem zuzuhören, der etwas dazu sagen hat. Ein Plädoyer für einen offenen und lockeren Umgang anhand von drei Beispielen aus dem Netz.

1. "The End" – ein Podcast auf Leben und Tod

Eric Wrede hat vor fünf Jahren ein modernes Bestattungsinstitut gegründet und macht seit kurzem einen Podcast in welchem Musiker und Schauspieler ihre persönlichen Erfahrungen über das Leben und den Tod teilen. Eric Wrede ist selbst erstaunt, wie viele Leute den Wunsch haben darüber zu sprechen und in seine Sendung kommen wollen. Im Podcast merkt man auch schnell, man muss den Tod nicht immer ernst nehmen. In der letzten Folge mit Schauspieller Clemens Schick geht es u.a. um Fragen wie: "Darf ein Mensch sterben wollen? Macht ein intensives Leben das Ende einfacher oder schwerer?" Der hörenswerte Podcast ist vor allem für jüngere Generationen aufbereitet. Spannende Gespräche und die Möglichkeit, sich dem Thema auch mal auf eine lockere Art anzunähern. Musikerin Balbina erzählt in einer Sendung: "Es gibt soviele Podcasts und Radiosendungen über das Leben, aber so wenige über den Tod. Es gibt wenig Vergleichbares. Es ist einfach immer noch ein krasses Tabu über den Tod zu sprechen."

Hier geht`s zum Podcast

2. "Dein Tod und ich" – Mitmach-Blog und DIY-Ratgeber für Trauernde

Der Blog "Dein Tod und ich" ist eine liebevoll gestaltete Plattform - für jeden. Jeder ist eingeladen seine Trauergeschichte in einem Interview mit den Bloggern zu erzählen. Das sieht man etwa im Beispiel des Blogeintrags: "Auf Schalke statt auf den Friedhof". Silke Szymura, die das Projekt übernommen hat, ist überzeugt davon, dass Schreiben ein Weg ist, um den Tod eines Menschen heilsam zu verarbeiten.

Nina beispielsweise war 42 Jahre alt, als ihr Mann an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist. Im Blog erzählt sie, wie sie mit dem Verlust umgegangen ist:

"Alleine zurück zu bleiben ist das Schlimmste für mich. Meinen Lieblingsmensch und meinen Rückhalt zu verlieren."

Nina

Hier geht`s zum Blog.

3. "7 Tage - Leben und Sterben" - Dokumentation vom Anfang und Ende des Lebens

Reporterin Domenica Berger fährt einen alten Herren im Rollstuhl | Bild: NDR

In der ARD-Doku Reihe "7 Tage - Leben und Sterben" begleitet Domenica Berger zwei Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen. Sie selbst ist zu diesem Zeitpunkt schwanger. Die Frage, die im Mittelpunkt steht: "Wie schauen Menschen auf ihr Leben zurück, wenn der Tod bald naht?" Peter Nürnberg ist 75 und hat Krebs im Endstadium. Doch die Lebensfreude und den Humor hat er nicht verloren: "Ich möchte, dass der Tod klingelt und sagt, heute bist du dran. Nicht, dass er noch tagelang ums Haus schleicht und mich quält." Peter Nürnberg lacht, wenn er das sagt, und legt seinen Lieblingsschlager in den CD-Player.

Er meint: "Jeder zweite scheut sich über den Tod zu sprechen. Er wird immer nach hinten geschoben und plötzlich kommt er immer zu früh. Ob jemand mit 20 oder mit 99 verstirbt, er kommt immer zu früh".

Hildegard ist auch an unheilbaren Krebs erkrankt. Sie sagt, man sollte sich bewusst machen, dass das Leben endlich ist. Ein Film, der tief berührt, mit dem Sterben konfrontiert, aber vor allem zeigt, wie schön das Leben sein kann, auch wenn man dem Tod nahekommt.

Hier kann man die Doku sehen.


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