Kunst am Bau Der verhinderte Brunnen
Europabrunnen sollte er heißen. Dann zerplatze Regensburgs Traum von der Kulturhauptstadt und der Bau wurde eingestellt. Jakob Friedl nutzt den Brunnen nun für künstlerische Projekte. Ann-Kathrin Mittelstraß hat ihn besucht.
Vor rund 15 Jahren versprach der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger am Ernst-Reuter-Platz einen Europabrunnen zu bauen. Seit 2002 ist der Plan der Architekten fertig: ein sechs Meter hoher Kubus sollte da hingestellt werden. Das Betonloch dazu wurde schon ausgehoben. 2003 wurde der Bau aber eingestellt. Gründe gibt es wohl mehrere: Zum einen, weil kein Geld da war, zum anderen, weil man den schönen Brunnen doch nicht mehr brauchte, als Regensburgs Bewerbung zur Kulturhauptstadt scheiterte. Kurz gesagt: Am Ernst-Reuter-Platz klafft seitdem ein mit einem Holzdeckel versehenes Loch.
Für den Künstler Jakob Friedl ist der verhinderte Brunnen die ideale Möglichkeit den öffentlichen Raum für künstlerische Projekte zu nutzen. Vor zwei Jahren durfte Jakob sich mit Genehmigung der Stadt da schon mal kurzzeitig austoben. Seitdem hat sich aber wieder nichts getan. Deshalb will er jetzt einen "Europabrunnendeckel-dachverband" gründen, damit der einzigartige Ort in der Stadt dauerhaft künstlerisch genutzt werden darf. Ann-Kathrin Mittelstraß hat sich mit Jakob Friedl in die Tiefen des Brunnens begeben, der eigentlich gar kein Brunnen ist.

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