In Zukunft legal? Megaupload vs Legalupload
Die männliche Wuchtbrumme Kim Schmitz alias Kim Dotcom sitzt im Knast. Seine Plattform Megaupload bleibt geschlossen. Viele weitere sogenannte Sharehosting-Portale haben so einen Schreck bekommen, dass sie ebenfalls gleich den Betrieb eingestellt haben. Eigentlich Zeit, dass sich die Rechteinhaber, allem voran die Rechteinhaber der Filmindustrie, Gedanken zu den Modellen der einst so erfolgreichen Sharehoster machen.
Aber vielleicht muss nicht nur die Industrie umdenken, sondern auch wir Konsumenten, denn legale Streaming-Angebote gibt es genug und neuerdings auch die erste attraktive Suchmaschine dazu. Stefan George, Gründer dieser Suchmaschine, hat uns via Skype aus den USA mehr dazu erzählt:
"Es gibt aber doch sehr viel Content der legal verfügbar ist. Vielen ist das nicht bewußt. Und deshalb haben wir uns gedacht wir sammeln all den legalen Content und machen ihn an einer zentralen Stelle verfügbar."
Stefan George
Kino1.to ist eine Suchmaschine für legale Video-On-Demand-Angebote im Netz. Stefan George linkt auf kostenpflichtige, kostenlose, aber in jedem Fall legale Videos. Viele wissen gar nicht, dass es davon eine Menge gibt. Der Potsdamer Informatikstudent und Gründer der Suchmaschine kino1.to will eine Alternative bieten zu kino.to und Megaupload. Seit das FBI Kim Schmitz festgenommen und seine Goldgrube Megaupload geschlossen hat, sind die anderen Sharehoster-Anbieter wie Filesonic oder Uploaded.to vorsichtig geworden. Sie haben das Hoch- und Runterladen von illegalen Dateien erschwert.
Lernen von den "Kriminellen"
Plattformen wie Megaupload haben Millionen verdient – die Seiten waren zugepflastert mit Sex-Werbung und gefaketen Links, hinter denen Trojaner oder Viren steckten. Das Geschäftsmodell aber hat funktioniert. Kann die Filmindustrie von den zweifelhaften Angeboten lernen, wie man erfolgreich Filme und Serien verkauft? Martin Moszkowicz vom Filmverleiher Constantin sagt: Nein.
"Insofern ist das kein Geschäftsmodell, das ist eine kriminelle Organisation gewesen. Da kann man nicht davon sprechen, dass das ein Geschäftsmodell ist, was man nachahmen möchte oder will."
Martin Moszkowicz
Das Problem ist: Die offiziellen Video-On-Demand-Angebote in Deutschland stecken noch immer in den Kinderschuhen. Lovefilm, Maxdome oder I-Tunes sind entweder teuer, unattraktiv oder beides. Neue Serienfolgen gibt es oft erst lange nach der ersten Fernsehausstrahlung – oder überhaupt nicht. Die deutschen Anbieter hängen immer noch am physischen Leih-Modell: Filme werden im Netz bestellt und per Post nach Hause geschickt. Martin Moszkowicz, Vorstand für Film und Fernsehen bei Constantin ist sich durchaus bewusst: hier gibt es noch einiges zu verbessern.
"Wir wollen natürlich versuchen, dass unsere Filme und unsere Produkte bezahlt werden, und angemessen bezahlt werden. Auf der anderen Seite sehen wir durchaus, dass es im Bereich der Nutzer eine große Gruppe gibt, die sagt, na klar, wir würden das gerne machen, aber uns ist das entweder zu teuer oder man kommt nicht richtig ran oder die Seiten, die es gibt sind noch nicht perfekt. Da muss man Sachen natürlich verbessern."
Martin Moszkowicz
In den USA funktioniert der Internet-Geschäft mit Filmen und Serien bereits: Dort hat sich Netflix.com die Rechte aller wichtigen Filmverleihe gesichert. Für unter 10 Euro im Monat kommt dort Kino und Fernsehen unbegrenzt in hoher Qualität auf den Fernseher. Und: Die Filme von Netflix kann man auch am Handy und Tablet anschauen. Einen vergleichbaren Dienst gibt es in Deutschland nicht.
"Ich denke, dass ist vor allem ein Problem mit den Rechteinhabern, dass man sich mit denen allen einigen muss. Und da halt sehr viele da mitmischen, ist es glaub ich in Deutschland vor allem eine schwierige Sache die Rechte alle in einem Portal zu vereinigen."
Stefan George
Lange sollten sich Filmverleiher und Online-Plattformen aber nicht mehr Zeit lassen. Angeblich hat Netflix bereits letztes Jahr nach deutschsprachigen Mitarbeitern gesucht.

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