Das Sci-Fi-Spektakel "Looper" Zeitreisen sind unmöglich
Das Kino als Ort der Illusionen ist perfekt geeignet, um Träume von Zeitreisen durchzuspielen. Heute kommt ein neues Zeitreise-Spektakel ins Kino: Roderich Fabian erzählt, was „Looper“ über die Zukunft, vor allem aber über unsere Gegenwart sagt.
„Looper“ spielt im Jahr 2044. Von wirklichem Fortschritt ist aber nicht viel zu sehen. Es gibt nun zwar düsengetriebene Motorräder, mit denen man fliegen kann, aber leisten können sich die nur die wenigsten. Die Zukunft der Stadt liegt im absoluten Chaos, sagt uns der Film. Das Heer der Armen ist sich selbst überlassen. Die Polizei schützt nur noch die Oberschicht, alle anderen können sich gegenseitig umbringen - und tun das auch. Ein Job, der einen einträglichen Lebensunterhalt ermöglicht, ist der „Looper“. Das sind Auftragskiller, die Menschen umbringen, die von Gangsterbanden aus der Zukunft ins Jahr 2044 zurückgeschickt werden. Da die Opfer in der Vergangenheit beseitigt werden, haben sie in der Zukunft nie existiert und die Gangster sind vor Strafverfolgung sicher.
Es geht nicht um Logik
Da fangen beim Zuschauer natürlich sofort die Gehirnwindungen an zu rattern, aber eigentlich geht es hier nicht um Logik, sondern um Atmosphäre. Hauptfigur ist ein junger Looper, den sein Boss einst aus der Gosse gerettet hat, worauf er immer noch stolz ist.
Der junge Looper Joe wird gespielt von Joseph Gordon-Levitt, einem kommenden Hollywood-Star, der nach Auftritten in „Inception“ und „The Dark Knight Rises“ nun immer häufiger Hauptrollen bekommt.
Looping Joe
Für jeden Looper kommt der Tag, an dem er aus dem Geschäft austeigen muss. Das ist der Tag, an dem er sein eigenes Ego aus der Zukunft beseitigen muss. Den „Loop schließen“ nennt man das in der Fachsprache. Doch als der ältere Joe, gespielt vom immer noch topfitten Bruce Willis, vor dem jüngeren kniet - zum Abschuss freigegeben - zögert der Killer zu lange, und sein Ego aus der Zukunft kann entkommen. Das aber kommt einem Todesurteil gleich. Von nun an wird der jüngere Joe von Gangstern gejagt, und der ältere Joe vom jüngeren. Kompliziert? Ein bisschen, aber auch faszinierend, denn natürlich begegnen sich die beiden Joes wieder und reden mal drüber. Um die Verwirrung des Zuschauers nicht zu vertiefen, erledigt Bruce zunächst mal die Frage nach der Paradoxie.
Natürlich überleben zunächst mal beide. Schließlich baut „Looper“ auf die faszinierende Tatsache, dass ein Mann gleichzeitig in zwei Lebensphasen existiert. Von nun an verlagert sich der Film allerdings auch räumlich - die in bürgerkriegsähnlichen Zuständen versunkene Stadt wird verlassen - nun spielt „Looper“ in einer ländlichen Idylle, in die sich der junge Joe flüchtet. Er kommt bei einer jungen Frau mit Kind unter, die ihm - völlig klar - zunächst mal nicht traut und ihn mit der Waffe bedroht.
So beginnen in Hollywood nun mal Liebesgeschichten. Um die Dramatik auf die Spitze zu treiben, ist der Sohn der jungen Frau dann aber auch noch ein Gangsterboss der Zukunft, den wiederum der ältere Joe - also Bruce Willis - beseitigen will. Natürlich erinnert das an den „Terminator“, aber keine Angst: Arnold Schwarzenegger taucht hier nicht auf.
Ein großer Zaubertrick
Trotzdem gibt es hier alles, was man von einem solchen Film erwarten darf: Spektakuläre Action-Sequenzen in Zeitlupe, moralische Verstrickungen und einen Showdown, der sich gewaschen hat. Wenn man alle Logik fahren lässt, kann man sich von „Looper“ also bestens unterhalten lassen. Wenn man allerdings die ganze Geschichte mal durchdenkt, muss man zur Folgerung kommen:
Zeitreisen sind unmöglich. Und deshalb ist „Looper“ nicht das geworden, was er gerne sein möchte: weder „Blade Runner“ noch „Matrix“, sondern nur ein actionreicher Zaubertrick.

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