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Black Consciousness Remake Whitney's letzter Auftritt

1976 kam das afro-amerikanische Melodram „Sparkle“ in die Kinos. Der Film erzählte die melodramatische Geschichte dreier Schwestern im Soul-Musik-Business. Die Rechte am Remake sicherte sich Whitney Houston - die im Film ihren letzten großen Auftritt hat.

Von: Roderich Fabian Stand: 11.10.2012
Szenen aus "Sparkle" | Bild: Sony Pictures

Ein Remake baut heutzutage fast nie darauf, dass sich jemand ans Original erinnert. Im Gegenteil: Die Produzenten setzen einfach auf eine Story, die sich bewährt hat und hoffen – in der Regel zu Recht - darauf, dass sich das neue Publikum für den Schnee von gestern nicht interessiert. Um aber das Drehbuch nicht allzu sehr umschreiben zu müssen, spielt auch die neue „Sparkle“-Story immer noch in den Sixties: Drei Schwestern wollen eine Girlgroup gründen, weil sie so gut singen können. Ein braver, junger Mann bietet sich als Manager an und zeigt sich davon begeistert, dass die jüngste Schwester Sparkle sogar eigene Songs am Klavier komponiert.

Die große Whitney Houston

Das ist musikalisch natürlich der totale Kitsch – und die neue Sparkle wird zu allem Überfluss auch noch von einer Gewinnerin der Casting-Show „American Idol“ gespielt: Jordin Sparks erfüllte sich 2006 als 16-jährige ihren amerikanischen Traum. Aber trotzdem ist der Film kein Märchen für kleine Mädchen, sondern beschäftigt sich sehr ernsthaft mit den Perspektiven der afro-amerikanischen Mittelschicht. Die zweite Schwester Dee steht für eine andere Option: Sie träumt von einer College-Ausbildung, die ihr die Mutter auch finanzieren will. Und dann ist da noch Sister, das Glamour-Girl mit den natürlich falschen Träumen. Sister ist die Älteste und der Star der Girlgroup.

Whitney's letzte Rolle

Die einstige Rabenmutter wird - übrigens ziemlich souverän - gespielt von Whitney Houston. Anders als im ersten „Sparkle“-Film ist die Mutter keine Putzfrau mehr, sondern mittelständische Angestellte mit eigenem Haus. In Zeiten von Präsident Obama sehen sich viele Afro-Amerikaner eben nicht mehr am unteren Ende der sozialen Stufenleiter. Die moderne Mama hat – nach harten Zeiten - zu Gott gefunden und will für ihre Töchter glaubhaft nur das Beste. Sparkle strebt ja eine ehrliche Karriere im Showbiz an – aber auch wenn sie eigentlich kreuzbrav ist: Muttern besteht auf christlich-soziale Werte.

Whitney mit ihrer "Tochter" Sparkle

Es ist schon rührend, Whitney Houston in ihrem letzten Film noch mal zu sehen. Aber auch seltsam: Ist sie doch wie kaum eine Zweite in die Fallen und Abgründe getappt, die das amerikanische Entertainment für talentierte Menschen zu bieten hat. Aber – und das macht den eigentümlichen Reiz dieses Filmes aus: Auch wenn man weiß, dass leere Versprechen, Verblendungen und Enttäuschungen den Weg zum Celebrity-Status pflastern und dass der Ruhm schnell verfliegt – es scheint immer noch ein Risiko wert zu sein, der bürgerlichen, mittelmäßigen Existenz vielleicht doch entfliehen zu können. Arbeitslos oder Megastar – alles dazwischen scheint für viele immer noch wenig attraktiv. Daran hat sich seit den Seventies nichts geändert.


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