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US-TV-Serie "Girls" Das Phänomen Lena Dunham

Lena Dunham alias Hannah Horvath ist das Gegenstück zu Carrie Bradshaw aus "Sex and the City": Sie ist klein, dick und hat keinen Job. Sie ist der Publikumsliebling der Serie "Girls". Gerade ist die zweite Staffel in den USA angelaufen.

Von: Kathi Grünhoff Stand: 21.01.2013
Lena Dunham in "Girls" (Szenenfoto) | Bild: dapd

"Ich weiß nicht genau, ob ich diese Serie 'Girls' so cool finde, ich mochte 'Sex and the City', aber diese 'Girls' – da ist dieses kleine fette Mädchen, das einfach nicht aufhört sich die Kleider vom Leib zu reißen. Manchmal kommt es mir wie eine Vergewaltigung vor, schrecklich… Ich meine, das will ich einfach nicht sehen."

Howard Stern, Radiomoderator

Howard Stern, der bekannte Talkradio-Moderator kann den Hype um Lena Dunham nicht ganz verstehen. Es war ja auch ein seltsames Bild, vor einer Woche bei den Golden Globes: Da stakst sie in einem weinroten Cocktailpartykleid mit Satinschleppe auf die Bühne und hält die Trophäe in ihren, ja, eher teigigen, weißen Armen. Schlanke Hollywoodbeaus wie Nicole Kidman, Jessica Alba oder Sarah Jessica Parker klatschen ihr lächelnd zu. Die Darstellerinnen aus "Girls" sind eben weit entfernt von den perfekt gestylten, champagnerschlürfenden und im Loft wohnenden New Yorkerinnen aus "Sex and the City".

In "Girls" geht es um Hannah, Shoshanna, Jessa und Marnie - Mädchen um die 20, die studiert haben, ein glamouröses Leben in NY wollen, es sich aber nicht leisten können, weil sie meist in schlecht bezahlten Jobs fest sitzen. Lena Dunham alias Hannah Horvath ist außerdem auf der Suche nach einer verbindlichen und liebevollen Beziehung zu Adam. Doch der versendet ein Foto seines Geschlechtsteils versehentlich an sie, obwohl es für ein anderes Mädchen bestimmt war. Hannah ist eben nur die Daueraffäre für Adam, aber nicht die Nummer 1.

Die Erfahrungen der "Millenial Generation"

Lena Dunham hat im Januar einen Golden Globe als beste Serien-Hauptdarstellerin gewonnen.

Gleich zu Beginn der ersten Staffel hat Hannah würdelosen Sex auf Adams siffigem Sofa in seiner siffigen Wohnung irgendwo in New York. Sexszenen und Nacktheit gibt es überhaupt reichlich in "Girls" – jedenfalls für amerikanische Verhältnisse. Jeder, der die Serie gesehen hat, kennt Lena Dunhams unvollkommenen Körper. Sie ist die pummligste aller "Girls" und ihr Leben wird bestimmt von Selbstzweifeln, Misserfolgen, Ironie und dem Wunsch eine bekannte Schriftstellerin zu werden. Und genau wegen all dieser Unzulänglichkeiten deshalb liebt man Hannah bzw. Lena.

"Absoluter Wahnsinn. Du bist brilliant.", "Liebe Misses Lena, Du bist DIE STIMME unserer Generation!" und "Du bringst Hoffnung in alle guten Dinge dieser Welt!", schreiben Fans im Internet. Lena Dunham bringt eben die Erfahrungen der so genannten "Millenial Generation" oder "Generation Y" auf den Bildschirm – also vieler Leute, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Und "Girls" spricht dabei keineswegs nur die Frauen an: "Wahnsinns Show! Wir Kerle bekommen endlich mal einen Einblick in Beziehungen aus der Sicht der Frauen!"

Veränderung der amerikanischen Serienlandschaft

Wer im Glashaus sitzt... Radiolegende Howard Stern machte sich über Lena Dunham lustig - entspricht selbst aber auch keinem Schönheitsideal

Lena Dunham verändert gerade die amerikanische Serienlandschaft und das Frauenbild. Sie gehört zu einer neuen Generation von weiblichen Comedians, die ihre Shows selbst schreiben, selbst produzieren, selbst Regie führen und eine Hauptrolle spielen. Genau so wie Tina Fey, die mit der Serie "30 Rock" und ihrer Parodie auf Sarah Palin berühmt wurde, und Mindy Kaling, die gerade mit ihrer eigenen Serie "The Mindy Project" in den USA bekannt wird. Und auch wenn Lena Dunham spätestens seit den Golden Globes ein Star in Amerika ist: Bisher schafft sie es, als stinknormale, authentische, selbstironische und ganz bewusst imperfekte junge Frau wahrgenommen zu werden. Howard Stern übrigens hat sich bei ihr entschuldigt und ist mittlerweile ein großer Fan von "Girls".


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