Bayern 2 - Zündfunk


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Pop, Punk und Politik Wie die Punks von früher alt geworden sind

Irokese, Nieten, Sicherheitsnadel durch die Backe: Punk. Die aufbegehrende Jugend gegen das Bürgertum in den 70ern und 80ern und eine Zeitlang die beste, wildeste Musik der Welt. Heute ist der Punk tot. Was ist aus ihm geworden?

Von: Johannes Nichelmann

Stand: 15.10.2015

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"Wie die Punks von früher alt geworden sind" - Sendung von Johannes Nichelmann am 17. Oktober 2015 um 19.05 uhr auf Bayern 2

Punk in den siebziger und frühen achtziger Jahren. Irokesen, Sicherheitsnadel durch die Backe, ein dahingespucktes "No Future": die aufbegehrende Jugend gegen ein selbstzufrieden gewordenes Bürgertum. Eine Zeitlang die beste und wildeste Musik der Welt. Pop, Punk und Politik. Mode und Verzweiflung. Und heute: Punk ist tot! Oder braucht er einen Gehstock? Muss man ihm über die Straße helfen? Was ist aus den wilden Jungen und Mädchen, den RebellInnen von damals hier in Deutschland geworden?

Punk forever?

Johannes Nichelmann hat sich auf den Weg gemacht und Punk-Legenden von damals getroffen: Anne Wilke, 64 Jahre alt. Sie hat als Hippie angefangen, wurde später zur Mutter aller Punks in West-Berlin. Ende der Siebziger macht sie die erste Punk-Kneipe der Stadt auf. Oder Jäki Hildisch, 56 Jahre alt, er steht im Verdacht, einer der ersten Punks Deutschlands gewesen zu sein - später hat er im Big Business mitgemischt und Robbie Williams veranstaltet.

Sänger der Band Rammstein sitzt beim Wacken Open-Air Festival 2013 auf dem Keyboarder Flake Lorenz, der sich eine Panda-Maske aufgesetzt hat.

Gudrun Gut, sie war 1980 bei den Neubauten dabei und hatte mit Malaria und Mania D die ersten Women-Only New Wave Bands. Später wurde sie eine bekannte Elektronik-DJane und betreibt weiterhin ihr eigenes Label Monika Records. Oder Flake. Flake ist heute ein Megastar. Er ist der Keyboarder von Rammstein, hat Millionen von Platten verkauft. Angefangen hat er bei Feeling B - eine der Punk-Bands aus den letzten Jahren der DDR.

Kann man sich nicht ausdenken: Markus Söder geht zu Fasching als Punk ...

Allen gemeinsam: Niemand will sich so recht ausruhen, stehen bleiben und forever Punk bleiben. Alle sind nach wie vor Macher, aber die Energie von Punk, die Unabhängigkeit, das Pfeifen auf geregelte Lebensläufe, das ist ihnen geblieben.


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