Wem gehört mein Kopf? Für ein anpassungsfähiges Urheberrecht
Wutanfälle im Radio und fast jede Woche ein neuer offener Brief: Früher ein Randthema für Spezialisten, ist das Urheberrecht plötzlich ins Zentrum der politischen Debatte gerückt. Künstler und Autoren beklagen eine angebliche "Kostenloskultur" im Internet und bangen um ihr täglich Brot. Bürgerrechtler und Netzaktivisten dagegen wollen verhindern, dass das Netz zum Schutz des Urheberrechts noch stärker kontrolliert wird. Die Gräben sind tief, die unterschiedlichen Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern stehen sich häufig scheinbar unversöhnlich gegenüber.
Der Zündfunk Generator greift diese Debatte auf und fragt: Wie kann geistiges Eigentum in Zukunft noch geschützt werden? Wie können Künstler auch in Zukunft von ihrer Arbeit leben? Wie sehr muss auch geistiges Eigentum der Allgemeinheit offenstehen? Muss das Urheberrecht reformiert werden? Und wenn ja: Wie?
Mit Agnes Krumwiede, Bundestagsabgeordnete und kulturpolitische Sprecherin der Grünen; Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin und Mitglied der Enquetekommission des Bundestags "Internet und digitale Gesellschaft; Sebastian Damerius, Berliner Musiker, DJ und Komponist und Kulturökonom Paul Stepan.
GENERATOR-SERIE "URHEBERECHT UND PIRATERIE"
Am 21. März 2012 hat uns Sven Regener hier im Zündfunk den Kinski gemacht. Ihm folgten, in etwas weniger manischer Form, 160 Denker aus Kunst, Medien, Wissenschaft Wirtschaft und Politik: im Handelsblatt postulierten sie "Mein Kopf gehört mir". Auch in Der Zeit outeten sich 100 Autoren und Künstler als Urheber und sprachen sich gegen Diebstahl des geistigen Eigentums aus. Die Debatte um Urheberrecht und Piraterie hat Ausmaße angenommen, die zu Internet -Vorzeiten noch undenkbar gewesen wäre. Doch ein eindeutiges richtig oder falsch, gut oder böse gibt es dabei nicht.
Der ZÜNDFUNK Generator wirft deshalb einmal mehr einen genauen Blick auf die Copyright-Debatte und fragt sich: Wann sichert das Urheberecht tatsächlich das Überleben von Kleinkünstlern, wann verhindert es durch strenge Zugriffsbeschränkungen einen Fortschritt, von dem vor allem benachteiligte Menschen profitieren würden? Ist Kopieren wirklich Diebstahl, oder ist es nicht doch vor allem das Eigentum, das den Besitzlosen die Grundbedingungen für Überleben stiehlt? Ist Piraterie - ob zu Lande, auf freier See oder im Netz - grundsätzlich kriminell und deshalb zu verurteilen oder Garantie für Kreativität und Innovation?

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