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Das Erfolgsgeheimnis von Star Wars "An allem ist Lucas schuld"

Am 17. Dezember ist es soweit: Episode 7 der Star Wars-Saga kommt ins Kino. Der Film, in dem auch Harrison Ford als Han Solo, Carrie Fisher als Leia und Mark Hamill als Luke Skywalker noch mal zu sehen sein werden. Er heißt "Das Erwachen der Macht". Aber war "die Macht" jemals eingeschlafen, jemals weg?

Von: Barbara Streidl

Stand: 03.12.2015

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"An allem ist Lucas schuld": Über das Erfolgsgeheimnis der Star Wars-Saga, 06.12.2015, 22.05 Uhr auf Bayern 2

Es gibt derzeit kaum einen Winkel auf der Erde, in dem Episode 7 der Weltraumsaga nicht diskutiert wird: Der letzte Wunsch des todkranken US-Amerikaners Daniel Fleetwood ist in Erfüllung gegangen, er hat den neuen Star Wars-Film vor dem offiziellen Kinostart gesehen, kurz vor seinem Krebstod. Disneyland im US-amerikanischen Anaheim wurde zum "Star Wars Park" umgestaltet, 500 als imperiale Stormtrooper verkleidete Gestalten stolzierten auf der Chinesischen Mauer.

Die Stars aus den 70er Jahre Filmen sind in Episode 7 auch wieder dabei

Star Wars gilt als das bislang erfolgreichste Filmprojekt weltweit. Die sechs seit 1977 erschienenen Filme in all ihren digital erweiterten Versionen sowie die Spin-Off-Serie Star Wars: The Clone Wars spielten bislang weltweit fast 4,5 Milliarden Dollar ein. Seit dem Start des ersten Films hält George Lucas sein Imperium am Laufen, über neue Episoden und Spin-Offs und ein Generationen-übergreifendes Merchandising: Neben Videospielen, Comics, Postern, DVDs und Yoda-Papierservietten ist da auch der Verkaufs-Gigant "Lego Star Wars" seit 2005 auf dem Markt und mittlerweile ein fester Bestandteil des Kinderzimmers.

"Das gleiche Phänomen ist auch bei den Rolling Stones zu beobachten: wenn man heutzutage auf ein Rolling Stones-Konzert geht, hat man mehrere Generationen dabei."

Roman Anlanger, Professor an der Fachhochschule des BFI Wien

Die Frage, ob die Star Wars-Episoden nun gute Filme sind, muss am Ende jeder mit sich selbst ausmachen. Eins ist aber klar: Star Wars ist mehr als bloß Popcornkino – die Saga kann Menschen durchaus in ihrem Innersten berühren. Das hat auch mit den vielen Konflikten zu tun, die erzählt werden. 

"Dilemmas sind in Star Wars sehr vielfältig, die Vater-Sohn-Beziehung, die großen Kriege, die klassischen Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse, die auch auf politische Konflikte in der Gegenwart verweisen und die immer wieder neu adaptiert werden können."

Elke Mader, Professorin für Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien

Das alte Erzählschema der "Heldenreise"

Szene aus dem Trailer

Helden mit Problemen, das ist nichts wirklich Neues. George Lucas stützt sich in seiner Saga auf das uralte Erzählschema der "Heldenreise", das der US-amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell bereits 1953 als Basis von Epen wie der "Edda" oder den Geschichten um König Arthur genannt hat. Campbell selbst beriet den Regisseur Brian de Palma und ging auf George Lucas' "Skywalker Ranch" ein und aus. Das "Heldenreise"-Erzählschema ist auch aus zeitgenössischen Werken vertraut, zahlen neben Tolkiens "Herr der Ringe" auch "Harry Potter" oder "Game of Thrones" darauf ein.

George Lucas hat daneben an anderen großen Themen angeknüpft, etwa dem Christentum, erklärt Pastor Micha Steinbrück.

"Auf der einen Seite das reine Gute, ein Hoffnungsträger für die gesamte Galaxis, auf der anderen Seite das reine Böse, ein Endgegner ohne Geschichte, das Gesicht mit Narben durchfurcht: Natürlich ist die Verbindung mit dem Teufel oder mit Satan, dem Zerwerfer, dem Diabolus sehr schnell gezogen. Anakin als der Hoffnungsträger in Episode 1 bis 3, wo Darth Vader noch eine unbefleckte Empfängnis gegönnt wird, da der Vater unbekannt ist: Da muss man nicht lange im Religionsunterricht gewesen sein, um die Parallele zu Jesus wahrzunehmen."

Micha Steinbrück, Pastor in Wolfsburg

So gibt es nicht nur eine Antwort auf die Frage, warum die Star Wars-Saga ihre Strahlkraft seit dem Filmstart 1977 bewahren konnte, sondern mehrere. Und: An allem ist Lucas schuld.


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