Der Bildermacher Paolo Pellegrin "Photography is a voice"
Der Mann ist ein Meister im Geschichtenerzählen. Seine Reportagen sind drastisch, aber auch poetisch und anrührend. Paolo Pellegrin gilt als einer der besten Fotojournalisten unserer Zeit.
"Fotografie ist eine subjektive und unvollständige Wiedergabe der Realität. Das sind alles kristallisierte Ausschnitte einer größeren Sache, die ich als Fotograf erlebt habe. Und sie alle erzählen jeweils eine Geschichte."
Paolo Pellegrin
Nachrichtenmagazine und Wochenzeitungen, "Newsweek" oder "Die Zeit" sind stolz, dass Paolo Pellegrin ihnen Bilder aus aller Welt liefert. Selbst in der schnelllebigen und launischen Blogosphäre des Internets begegnet man ihm, der ein Vollmitglied bei der legendären Fotoagentur "Magnum" ist, mit großem Respekt. So, als sei der 47-jährige Römer schon ein Klassiker. Zurzeit sind viele seiner Reportagen und Portraits in der Münchner Ausstellung "Paolo Pellegrin - Retrospective" zu sehen, im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern.
Vor dezent schwarz getünchten Wänden, Quadratmeter groß: Bilder aus Sumatra, nach dem Tsunami von 2005 aufgenommen; Fotos von Revolutionären auf dem Tahrirplatz; von Kämpfern im Gazastreifen; von Gläubigen, die den Tod von Papst Johannes Paul II. betrauern. Für diese Portraits vom Petersplatz wurde Pellegrin mit dem "World Press Photo Award" ausgezeichnet, um nur eine von vielen Auszeichnungen zu nennen. Judith Schnaubelt ist mit dem berühmten Fotografen durch die Ausstellung gegangen und hat mit ihm über seine Kunst und sein Selbstverständnis gesprochen:
"Durch meine Arbeit habe ich manchmal das Privileg und auch die Bürde, Zeuge eines Geschichte machenden Ereignisses zu sein. Ich bin nicht nur Zuschauer, sondern habe eine klare Aufgabe. Ich mache Dokumentationen von Dingen, die wir uns gegenseitig antun. Und ich mache diese Dokumentationen, damit man sie benutzen kann, zum Beispiel, um Verantwortlichkeiten einzufordern. Denken wir nur daran, was heutzutage in Palästina oder Darfur passiert oder was in Srebrenica geschehen ist."
Paolo Pellegrin

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