Die Neuverfilmung von Stephen Kings „ES“ Wer Stranger Things mag, wird Es lieben

Horror-Filme nach King-Romanen sind zwar nicht immer gut, aber meistens spektakulär: "Carrie“ bis „The Shining“, von „Friedhof der Kuscheltiere“ bis zu „Der dunkle Turm“ . Morgen kommt mit „ES“ eine Kinofassung eines King-Klassikers von 1986 ins Kino.

Von: Roderich Fabian

Stand: 27.09.2017

Bild: Warner

„I’ve seen the film, I read the book“, mögen manchen sagen, wenn sie an „Es“ von Stephen King denken. Aber erstens war die erste Verfilmung von 1990 mit Tim Curry aus der „Rocky Horror Picture Show“ als Horrorclown Pennywise  nur ein Zweiteiler fürs Fernsehen und zweitens ist das ja auch schon wieder eine Generation her. Hollywood macht sowieso gerne Remakes von Stoffen, die schon mal gut gelaufen sind. Diesmal wird Pennywise vom jungen Schweden Bill Skarsgård gespielt, ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, aber „Es“ setzt ohnehin nicht auf Stars, sondern allein auf die Geschichte und ihre Umsetzung. Also erleben wir Pennywises berühmten Auftritt aus dem Abflusskanal heraus ziemlich originalgetreu.

Die größte Abweichung von Stephen Kings Original ist die Tatsache, dass „Es“ jetzt in den 80ern und nicht mehr in den 50ern spielt. Eine neue Generation wird also bedient, was außerdem den Vorteil hat, dass man coole 80er-Musik von Cure bis Pixies, von Smiths bis Anthrax verwenden kann.

Wirkungsvoller Horror

Bild: Warner

Ansonsten bleibt Auftrags-Regisseur, der Argentinier Andy Muschietti eng an der literarischen Vorlage. Wieder geht es darum, dass man darin umkommt, wovon man sich am meisten fürchtet. Frühpubertäre Kids sind wieder die Hauptfiguren und diejenigen, die als erstes erkennen, welche Gefahr von Pennywise und seinen Manipulationen ausgehen. Die Auftritte des Clowns sind ziemlich sparsam gesetzt, und die Horror-Effekte kommen eher dezent daher, was sie umso wirkungsvoller macht. Außerdem ist der Film ab 16, was krassere Blutbäder von vorneherein ausschließt. Ein Splatter-Film für die ganze Familie ist „Es“ aber trotzdem nicht. Der Film stellt sich ganz auf die Seite der Jugendlichen, die Erwachsenen hier sind eigentlich schon gruselig genug in ihrer Ignoranz und Verantwortungslosigkeit. Man kann hier - wenn man will  - einen Seitenhieb auf die verwahrloste Gesellschaft Amerikas ausmachen. Die Kids müssen auf eigene Faust nach ihren verloren gegangenen Freunden suchen, auch deep down in der Kanalisation.

Aus dem Roman wird ein Franchise

Ja, die Kids sind mal wieder etwas altklug, aber das waren sie in „Es“ schon immer. Der ganze Film ist eine Art Reload eines Pop-Klassikers, gepimpt mit wirklich spektakulären Special Effects. Und er richtet sich auch an alle die, denen die Serie „Stranger Things“ gefallen hat, die im Grunde ja nichts anderes ist als eine lange Variation über „Es“. Aber das war’s noch nicht. Andy Muschietti hat nämlich nur die Hälfte des Romans verfilmt. Der Teil, in dem aus den Kids Erwachsene geworden sind und die es 27 Jahre später abermals mit Pennywise zu tun bekommen, wurde nämlich für einen zweiten Teil aufgespart. Dieser kommt aber nicht erst 2044 ins Kino, sondern schon übernächstes Jahr. Aus dem Horrorclown ist ein Franchise geworden - aber: warum nicht!