Bayern 2 - Zeit für Bayern

Eine Langzeitbeobachtung Winzers Freud, Winzers Leid

Ein Jahr lang hat der Bayerische Rundfunk die Winzerfamilie Galena begleitet - und dabei festgestellt, dass Freud und Leid nah beieinander liegen. Eine Langzeitbeobachtung rund um den unterfränkischen Weinort Sommerach.

Von: Jürgen Gläser Stand: 26.12.2012

Am 4. Mai 2011 verursachte ein Spätfrost in den fränkischen Weinbergen schlimme Schäden. Früh morgens war die Temperatur auf minus vier Grad gefallen. Erst im Laufe des Tages wurde das ganze Ausmaß deutlich. Auf rund 30 Prozent der fränkischen Anbaufläche waren die Rebstöcke erfroren. Die Folge: Beim Weinjahrgang 2011 fehlten gut 30 Prozent der sonst üblichen Menge.

Bangen vor der Kälte

Auch die Winzerfamilie Galena im Weinort Sommerach im Landkreis Kitzingen war von diesem Spätfrost betroffen. Die Familie musste erfrorene Rebstöcke durch neue ersetzen und im Mai 2012 wieder bangen, als das Thermometer früh morgens erneut bis auf den Nullpunkt fiel. Sogar ein Bundeswehrhubschrauber wurde in den Weinbergen bei Sommerach versuchsweise eingesetzt, um die kalte Luft zu verwirbeln. 

Tiefflieger gegen den Frost

Doch nach dem Frust 2011 herrscht auch im Weingut Galena wieder Freude. Das Jahr 2012 beschert den Winzern hervorragende Qualitäten und eine ordentliche Menge. Ein spannendes Jahr mit der Winzerfamilie Galena.

Wein-Klassifizierung

Tafelwein

Hierbei handelt es sich um die erste Qualitätsstufe. Deutsche Tafelweine und Landweine müssen aus deutschen Trauben stammen. Die Rebflächen und Rebsorten müssen zugelassen sein. Der Wein muss mindestens fünf Prozent Volumenalkohol (44 Grad Oechsle) enthalten. Tafel- und Landweine erhalten keine amtliche Prüfnummer.

Qualitätswein

Wein | Bild: picture-alliance/dpa

Dieser Wein muss amtlich geprüft werden. Man unterscheidet zwischen "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete" (QbA) und "Qualitätswein mit Prädikat". Der Most des QbA darf vor der Gärung mit Zucker angereichert werden, bei "Qualitätswein mit Prädikat" ist das nicht zulässig.

Cuvée

Cuvée der Gebietswinzergenossenschaft Franken (GWF) | Bild: picture-alliance/dpa

Im deutschsprachigen Raum ist Cuvée die Bezeichnung für Verschnitt. Gemeint ist zum einen das gemeinsame Keltern oder auch das Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter zur Herstellung von Wein oder Schaumwein sowie ebenso das spätere Verschneiden von Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder Weinbergslagen. Zum anderen wird auch der aus diesem Prozess entstandene Wein als Cuvée bezeichnet.

Kabinett

Wein | Bild: picture-alliance/dpa

Hierbei handelt es sich um die erste Stufe der Qualitätsweine mit Prädikat, für die nur voll ausgereifte Weintrauben verwendet werden dürfen.

Spätlese

Wein | Bild: picture-alliance/dpa

Die Trauben reifen länger und haben so Gelegenheit, mehr Sonne aufzunehmen. Damit sich ein Wein Spätlese nennen darf, müssen die Trauben mindestens 85 Grad Oechsle haben.

Auslese

Die Trauben haben einen höheren Oechslegrad als bei der Spätlese, nämlich mindestens 185 Grad.

Beerenauslese

Wein | Bild: picture-alliance/dpa

Hier sind die Beeren überreif oder sogar schon edelfaul und noch süßer als die der Auslese.

Trockenbeerenauslese

Diese Weine werden aus edelfaulen Beeren gewonnen, die einen hohen Zuckergehalt von mindestens 150 Grad Oechsle aufweisen.

Eiswein

Wein | Bild: picture-alliance/dpa

Die Trauben für den Eiswein müssen bei mindestens -7 Grad gelesen werden. Das Wasser in den Beeren muss beim Keltern noch gefroren sein, damit es nicht abfließen kann. Der Zuckergehalt muss mindestens dem der Trockenbeerenauslese entsprechen.


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