Bayern 2 - Zeit für Bayern


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50 Jahre Nationaltheater Phönix aus der Asche

Wenn die Freunde des Nationaltheaters mit ihren Loskästen durch die Stadt zogen, wenn die Polizeikapelle spielte und Prominente ihre Stimme gaben für das Projekt Wiederaufbau, dann war in München Volksfeststimmung. Feature zum Jubiläum.

Von: Tanja Gronde

Stand: 17.11.2013 | Archiv

Innenansicht Bayerisches Nationaltheater | Bild: Wilfried Hösl

Mit der Nationaltheater-Tombola wurde Geld gesammelt: Denn viele Münchner wollten ihr Theater wieder, keinen Neubau am Stadtrand. Wiederauferstehen sollte das prachtvolle Haus von 1818 aus den Kriegsruinen.

Ende der Pracht in einer Bombennacht

Das Nationaltheater in Trümmern

In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1943 war das Opernhaus durch Brandbomben fast völlig zerstört worden. Nur die Außenmauer standen teilweise noch. Als der Krieg vorbei war und die Menschen sich wieder vorstellen konnten, in die Oper zu gehen, da war der Wille groß, der Landeshauptstadt und traditionsreichen Musikstadt München wieder ein Opernhaus zu schenken. Doch was für eines: Ein Beton und Glasbau mit allen modernen Raffinessen? Oder das klassizistische Theater König Max‘ I. Joseph? Ein jahrelanger Streit entbrannte zwischen Politikern und auch unter den Münchnern.

Die Freunde des Nationaltheaters ließen nicht locker

Innenraum - schön wie einst

Die Traditionalisten siegten, auch weil die Mitglieder des 1951 gegründeten Vereins „Freunde des Nationaltheaters“ sich stark machten für den Erhalt des ursprünglichen Prunktheaters: mit Geldspenden und politischen Kontakten. Und dann am 21. November 1963, zwanzig Jahre nach dem verheerenden Bombardement, war es soweit:

Prachtvolle Wiedereröffnung mit Strauss und eigenem Bier

Strahlende Fassade

Das Nationaltheater, für 62 Millionen Mark wie Phönix aus der Asche erstanden, wurde feierlich eröffnet, mit eigens dafür gebrautem Bier: Dem Operator: Der Lüster fuhr nach oben, erlosch und die ersten Takte von Richard Strauss‘ „Frau ohne Schatten“ erklangen. Ein Stück Geschichte war geschrieben, eine Geschichte die bis heute weiterklingt.

Auf der Suche nach der Seele des Nationaltheaters

„Wie man wird, was man ist“ , so lautet das Spielzeitmotto der Bayerischen Staatsoper 2013/2014. Tanja Gronde sucht in ihrem Zeit-für-Bayern-Feature die Seele dieses weltberühmten Hauses – irgendwo zwischen Unterbühne und Königsloge, Intendantenbüro und Orchestergraben.


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