Moin und Grüß Gott Friesen in Franken
Auf den ersten Blick mag die Frage, was Friesen und Franken verbindet, kurios klingen. Gute 650 Kilometer liegen zwischen der Nordsee und dem Land der Franken. Doch auf den zweiten Blick ist die Frage völlig einleuchtend.
Die einen sprechen Platt, die anderen Fränkisch. Die einen essen Seezunge und Grünkohl, die anderen Karpfen und Schäufele. Friesen und Franken haben nicht viel gemein, mag man zunächst denken. Und doch leben seit jeher viele Friesen - vor allem Ostfriesen - in Franken. Gleichzeitig zieht es immer mehr Franken an die Küste.
Namhafte Friesen in Franken
Spuren der beziehungsreichen Geschichte von Friesen und Franken finden sich beispielsweise im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Es ist das größte kulturhistorische Museum Deutschlands - nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes eines Ostfriesen: Enno Hektor. Der Germanist wurde 1820 in Dornum geboren, nur wenige Kilometer vom Deich entfernt. Gestorben ist er 1874 in Nürnberg und wurde auf dem St.-Rochus-Friedhof beerdigt. Mit großem Engagement betreute er davor die Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums und machte sie zu dem, was sie heute ist.
Einigkeit in Glaubensfragen
Sogar in manchen Glaubensfragen besteht eine verblüffende Einigkeit zwischen Friesen und Franken. So gehören die evangelisch-reformierten Franken seit 1989 der evangelisch-reformierten Kirche in Nordwestdeutschland mit Sitz im ostfriesischen Leer an.
Friesisch an der Uni Erlangen
Selbst die Sprache hält Verblüffendes bereit: So ist das sprachwissenschaftlich unverzichtbare und 846 Seiten starke Standardwerk "Handbuch des Friesischen" an der Universität in Erlangen entstanden. Diese und viele weitere Verbindungen zwischen Franken und Friesen zeigt das Zeit für Bayern-Feature auf humorvolle Weise auf.

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