Bayern 2 - Zeit für Bayern


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Innovation auf zwei Rädern Nordbayerns Fahrradschmieden erobern die Welt

Deutschland ist Autoland. In Bayern sind Konzerne wie Audi oder BMW vor allem im Süden angesiedelt. Im Norden des Freistaats entwickelt sich dagegen die Zweiradbranche zum Wirtschaftsmotor.

Von: Frank Müller

Stand: 17.04.2017 | Archiv

Manche frühere Garagenfirma ist inzwischen zum “Global Player“ gereift. Im kleinen Waldershof im Landkreis Tirschenreuth etwa: Dort hat die Firma Cube einst auf 50 Quadratmetern in einer ehemaligen Möbelfabrik begonnen – mittlerweile steht am Ortsrand eine Fahrradstadt auf rund 20.000 Quadratmetern. Die Fahrräder aus der Oberpfalz werden in rund 50 Ländern verkauft.

Jan Ulrich mit einem Ghost-Rad

Nur wenige Kilometer entfernt in der Nachbarschaft der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen arbeiten die Macher von Ghost. Ebenfalls als Mountainbike-Firma gestartet ist Ghost wie Cube mittlerweile ein Komplettanbieter: das heißt auch Elektro-, Touren- und Rennräder sind im Sortiment.

Auch die junge Firma "YT Industries" aus Forchheim spielt in Sachen Qualität weltweit ganz vorn mit. Sie produziert Mountainbikes, Dirt-Bikes und Downhhill-Fahrräder. Einer ihrer Schlüssel zum Erfolg: Sie setzt auf Direktvermarktung ausschließlich im Internet und entwickelt alle Bikes selbst "von Bikern für Biker" - sowohl in Aluminium als auch in Carbon. 2016 nahm YT Industries erstmals am Mountainbike-World Cup teil und holte auf Anhieb den Gesamtsieg in der Kategorie Downhill.

Fahrradschmieden mit Tradition

Die Zweiradproduktion ist in Nordbayern jedoch keine Modeerscheinung: In der früheren Fahrradstadt Schweinfurt in Unterfranken wurde bei Sachs einst die Nabenschaltung erfunden. Und im nahen Sennfeld entwickelt die Traditionsmarke Winora ihre Räder – und muss sich jedes Jahr neu gegen den Innovationsdruck kleiner aus dem Boden schießender Fahrradschmieden behaupten.


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