Bayern 2 - Theo.Logik

Verwurzelt - entwurzelt Herkunft als Lebensgrundlage?

Ein Baum, der seiner Wurzeln beraubt wird, trocknet aus – über kurz oder lang geht er ein. Auch Menschen haben Wurzeln: Über ihren Heimatort, ihre Familiengeschichte, über Traditionen. Was aber, wenn diese Wurzeln gekappt wurden?

Stand: 20.01.2012

Wenn Menschen ihrer Wurzeln beraubt werden, was passiert dann mit ihnen? Entzieht das dem Menschen wie dem Baum die Lebensgrundlage? Theo.Logik ist dieser Frage auf der Spur. Etwa in Gesprächen mit Frauen und Männern, die durch Adoption oder Flucht aus anderen Ländern und Kulturen nach Deutschland kamen. Sie erzählen davon, wie hin- und hergerissen sie sind zwischen ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart und wie sie versuchen selbst Wurzeln zu schlagen – eigene Traditionen und Bräuche zu etablieren.

Christen mit afrikanischen Wurzeln

Aus Israel berichtet unser Korrespondent außerdem von Christen mit afrikanischen Wurzeln, die in Israel leben. Sie haben ihre geographische Heimat verlassen – und entdecken ihre religiösen Wurzeln im gelobten Land. Eine Frau erzählt in Theo.Logik davon, dass sie, bis sie selbst schwanger war, nicht wusste, dass ihr Vater vor mehr als 30 Jahren seinen Samen einer Münchner Samenbank schenkte – anonym. Seit sie davon erfahren hat, lässt sie die Suche nach ihren Wurzeln nicht mehr los.

Moderation: Karin Wendlinger

Zu Gast bei Theo.Logik: Ina Praetorius

Die freischaffende Autorin und Referentin Ina Praetorius ist Mitherausgeberin des "Wörterbuchs der Feministischen Theologie". Ihre These: Menschen sind nicht nur sterblich, sondern auch "geburtlich". In ihrem Buch "Immer wieder Anfang - Texte zum geburtlichen Denken" schreibt die evangelische Theologin: "Geboren werden heißt, als unverwechselbarer Mensch in die bereits vorhandene Fülle der Welt einzutreten."