Bayern 2 - Theo.Logik

Land Grabbing Ausverkauf der Heimat

Kein Kapital, kein Export, keine Bodenschätze - so sieht heute die Realität zahlreicher Länder aus. In Afrika zum Beispiel bleibt vielen Menschen nur ein einziges Gut: ihr Land. Aber immer häufiger verkaufen arme Länder ihren Grund und Boden an reiche Nationen.

Stand: 30.01.2012
Massai in Kenia | Bild: BR

"Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land", so die Verheißung Gottes an Abraham, den Nomaden, der damals nicht mehr besaß als das, was er in seinem Beutel trug. Die göttliche Landverheißung aber macht den Stammvater der Israeliten unendlich reich.

Inzwischen bleibt vielen Ländern der Erde aus Mangel an anderen Ressourcen kaum mehr übrig, als ihr Land an Investoren zu verkaufen, die dann Sojapflanzen für Biosprit anbauen oder die schönsten Küstenabschnitte mit Hotels zupflastern. "Land Grabbing" nennt man das, was so viel heißt wie "Land Raffen". Das klingt negativ. Aber ist der Ausverkauf der Heimat tatsächlich so einseitig, womöglich als eine moderne Form von Kolonialismus zu sehen?

Bringt er doch auch Geld in die ärmsten Regionen und könnte damit eine Chance für wirtschaftlichen Aufschwung sein. Bevölkerungsreiche Länder wie China sind angewiesen auf fremdes Ackerland, um sich zu ernähren. Ist Land Grabbing vielleicht sogar ein gutes Geschäft für beide Parteien? In Theo.Logik dreht sich alles um "Land als Wirtschaftsfaktor" und um die Frage, ob wir das Land, auf dem wir leben, überhaupt verkaufen dürfen.

Die Themen

  • Gelobtes Land: Land Grabbing – Ausverkauf der Heimat? (Reportage aus Sambia von Michael Hollenbach)
  • Land Grabbing - Interview mit ARD-Korrespondentin Antje Diekhans aus dem Studio Nairobi
  • Wirtschaftsfaktor "Land" (von Hans-Joachim Vieweger)
  • Theo?Logisch! Was hat Gott mit dem Begriff 'Gelobtes Land' gemeint? (von Christiane Hawranek)
  • Hochhuths "Stellvertreter" neu inszeniert (von Antje Dechert)
  • Moderation: Claudia Christophersen