Bayern 2 - Theo.Logik

Meine Bibel, deine Bibel Alles eine Frage der Übersetzung

Bibel ist nicht gleich Bibel. In den unzähligen verschiedenen Übersetzungen der Heiligen Schrift steht nicht überall das Gleiche drin. Welche Bibel man liest, davon hängt letztlich ab, wie man Gott und die Welt versteht.

Stand: 06.02.2012
Mutter und Kind lesen in der Bibel | Bild: colourbox.com

Bibel ist nicht gleich Bibel. Ob Luther oder Calvin, in geschlechtergerechter  Sprache oder als Einheitsübersetzung – der Grundtext des Christentums ist im Lauf der Jahrhunderte immer wieder neu entstanden. Die unterschiedlichen Übersetzungen der biblischen Urtexte haben unterschiedliche Glaubenssätze und Konfessionen hervorgebracht. Dabei machte oft nur ein einziges Wort den feinen Unterschied in der Interpretation.

Wenn der Text also immer im Fluss ist, kann man die Heilige Schrift dann überhaupt richtig verstehen? Warum die Bibel bis heute immer wieder neu übersetzt werden muss und warum ihre historisch-kritische Auslegung so wichtig ist – darum geht es bei Theo.Logik unter anderem im Gespräch mit Christoph Levin. Er ist Professor für Alttestamentliche Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Mitglied der Deutschen Bibelgesellschaft und arbeitet derzeit an einer Neuauflage der Lutherbibel mit.

Das Buch der Bücher - ein Text, viele Weltsichten

Aber Bibeltexte sind ja nicht nur Theologentexte, sondern vor allem Gebrauchstexte. Hierzulande kann sie jeder so haben wie ihm der Schnabel gewachsen ist: in Jugendsprache, auf Bayerisch oder Schwäbisch. Anders in Afrika: Dort gibt es Sprachen, in die die Bibel noch nie übersetzt wurde. Dabei sollte sie eigentlich jeder in seiner Muttersprache lesen können, findet der Münchner Sprachwissenschaftler Fritz Goerling. In Theo.Logik erzählt er von seinem Lebensprojekt die Heilige Schrift in Jula zu übersetzen – eine westafrikanische Ton-Sprache, die bis dahin noch gar kein Alphabet hatte.

Zwar ist die Bibel das meistübersetzte und auch meistverkaufte Buch der Welt, aber wird sie überhaupt noch gelesen? Unsere Reporterin Anna Schleinzer wollte von unterschiedlichsten  Menschen wissen, ob – und wenn ja – wo und wann sie die Bibel lesen, wie sie die Texte verstehen und was sie ihnen bedeuten. Moderation: Matthias Morgenroth.