Bayern 2 - Theo.Logik

Eine Frage der Tradition? Übers Katholisch- und Evangelischsein

Welche Rolle spielt es heute noch, ob man evangelisch oder katholisch ist? Dem geht Theo.Logik nach. Dass es vor ein paar hundert Jahren alles andere als egal war, woran man glaubte, daran erinnert das Augsburger Friedensfest.

Stand: 01.08.2012
Papst und Luther | Bild: picture-alliance/dpa; Montage:BR

Am 8. August werden die Augsburger wieder einmal vom Rest der Republik beneidet. Denn in der schwäbischen Hauptstadt ist dieser Tag ein Feiertag. Erinnert wird an den Augsburger Religionsfrieden von 1555. Damals wurde erstmals im Heiligen römischen Reich deutscher Nation den Anhängern Luthers freie Religionsausübung gewährt – künftig sollte gelten:

"Cuius regio - eius religio"

Augsburger Religionsfriede von 1555

So wie die Fürsten glauben, so auch die Untertanen. Der Grundstein für das heutige Nebeneinander von Katholizismus und Protestantismus in Bayern wurde gewissermaßen gelegt. Für Theo.Logik ist dieses Fest ein Anlass auf das Verhältnis der beiden Konfessionen im Augsburg von heute zu blicken und nachzufragen warum jemand evangelisch oder katholisch ist, zum Beispiel Willi Stingl und Stefan Buß, zwei ganz normale Augsburger, einer evangelisch und einer katholisch.

Katholisch oder evangelisch - Pest oder Cholera?

Publizist und Theologe Uwe Birnstein

Mit dem Autor Uwe Birnstein spricht Matthias Morgenroth vor allem über evangelische und katholische Prägungen sowie darüber, ob und wie sich diese im Alltag und im Glauben zeigen. In Bayern ist Religion jedenfalls vor allem geprägt von Traditionen.

Das dürfte sich auch am ersten Augustwochenende zeigen – wenn hunderte bayerische Pilger nach Rom kommen, um Papst Benedikt XVI. nachträglich zum 85. Geburtstag gratulieren – bei einem Fest mit Blasmusik und Goaßlschnalzern. Freuen dürfen auch sich auch alle Hörer über Traditionelles und Bewährtes.

Theo.Logik-Literaturtipp

Jörg Zink: Die Stille der Zeit. Gedanken zum Älterwerden.

Jörg Zink: Die Stille der Zeit.

In seinem neuesten Buch dreht sich für Jörg Zink alles um Fragen des Älterwerdens. Der evangelische Theologe weiß, wovon er spricht. Immerhin hat Jörg Zink mit seinen 89 Lebensjahren inzwischen selbst ein Alter erreicht, das manche als biblisch bezeichnen würden.

Wie in den vergangenen Jahren verlost Theo.Logik auch in diesem Sommer wieder Bücher über Gott und die Welt. In dieser Sendung im Angebot: einer der bekanntesten evangelischen Theologen in Deutschland, Jörg Zink mit seinem aktuellen Buch "Die Stille der Zeit. Gedanken zum Älterwerden".

"Das Altwerden ist ein Naturvorgang, den habe ich nicht zu verantworten. Es kommt nur darauf an, als wer ich alt geworden bin und wo die Kräfte liegen, die mich bisher durchgezogen haben."

Jörg Zink

Fast 5.000 Menschen standen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden Schlange vor der Eisarena, um Jörg Zink per Videoübertragung bei seiner letzten Bibelarbeit zu erleben. Seit 60 Jahren gehörte der beliebte Theologe quasi als "Urgestein" zu jedem Kirchentag. Mit Theo.Logik-Moderator Matthias Morgenroth hat Jörg Zink über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Altern gesprochen.

Moderation: Matthias Morgenroth


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