Bayern 2 - Tagesgespräch


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Eine Welt ohne Waffen, ein solidarisches Europa Welche Kraft haben Utopien?

Seit Montag diskutieren die Vereinten Nationen über das Verbot von Atomwaffen. Die neun Staaten, die sie besitzen, sind allerdings nicht dabei. Eine Welt ohne Waffen - welche Kraft haben Utopien? Das fragte das Tagesgespräch.

Stand: 29.03.2017

"Heute ist die Utopie vom Vormittag die Wirklichkeit vom Nachmittag."

Friedrich Nietzsche

Man muss an Utopien glauben, um sie zu verwirklichen, davon war schon Nietzsche überzeugt. Überzeugt von ihrem Tun waren auch die Friedensaktivisten, die am Montag mehrere Tore des Bundeswehr-Fliegerhorstes Büchel in der Eifel zeitweise blockierten und sich auf die Zufahrten setzten. Dort sollen Experten zufolge 20 US-Atomsprengköpfe lagern. Tropfen auf dem heißen Stein? Utopie? Vision?

Eine Welt ohne Waffen, ein solidarisches Europa - ist das möglich?

Immerhin gibt es weltweit rund 15.000 Atomwaffen, die im Besitz von höchstens neun Staaten sind. Bei den Verhandlungen über das Verbot dieser tödlichsten Waffen aber sind sie nicht dabei. Ist eine Welt ohne Atomwaffen überhaupt realistisch? Oder braucht es gerade Visionen, Utopien, muss man das Unmögliche denken, um es möglich zu machen? Wuchs doch aus der Vision eines friedlichen Kontinents die Europäische Union. Ein solidarisches Europa scheint in Zeiten von Brexit und Krisen allerdings mehr Utopie, denn Realität.

Was meinen Sie?

Welche Kraft haben Utopien? Das fragte das Tagesgespräch. Zu Gast bei Moderatorin Christine Krueger war Andreas Urs Sommer, Philosoph Universität Freiburg. Außerdem kam Leo Hoffmann Axthelm, Mitbegründer von "Ican Deutschland", der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, zu Wort.

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Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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m.l., Mittwoch, 29.März, 13:29 Uhr

21.

ich denke dass wir dringend mehr Utopien brauchen. Visionen und träume damit wir uns gedanklich schon einmal damit beschäftigen wo wir hin wollen und wie das zu bewerkstelligen ist. Hier in Nürnberg hat das Institut für angewandte Heterotopie für den 2. größten Leerstand Deutschlands schon einmal eine Inspirationsquelle gesponnen... Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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christine, Mittwoch, 29.März, 13:01 Uhr

20.

Atomwaffen werden zunehmend als Statussymbole angesehen(Nordkorea etc). Die Thematisierung der nuklearen Abrüstung wurde ja bereits von Henry Kissinger aufgegriffen.
Was ist wahrscheinlich? Was ist wünschenswert? Was ist möglich? Kernwaffen sollten gerade von solchen Ländern w.Nordkorea als Problem wahrgenommen werden, nicht als Gewinn und Instrument zur Erlangung machtpolitischer Ziele. Alles zu tun um zur Abrüstung zu gelangen und um ein Einsehen, dass die Atomwaffen jahrhundertelang die Erde atomar vermüllen, das wäre wünschenswert.

Frau Rathje, Mittwoch, 29.März, 13:00 Uhr

19. Die Welt

Ich finde es wichtig Utopien zu haben. Wer nur realistisch denkt, dem fällt es schwer Vorstellungen zu entwickeln, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Barbara Lieser, Mittwoch, 29.März, 12:54 Uhr

18. Pah!

Ich brauche keine Utopien. Wir kommen doch schon mit der Wirklichkeit nur unzureichend zurecht. Wichtiger als alle Utopien finde ich, das, was getan werden muss, zu tun!

  • Antwort von Nadine Rathje, Mittwoch, 29.März, 13:10 Uhr

    Was ist denn die Wirklichkeit? Die Wirklichkeit wie sie uns in den Tagesthemen etc. gezeigt wird? Oder die Wirklichkeit , die man Jahrzehnte später erfährt, weil Geheimdienste Dokumente frei geben oder Whistleblower geheimes Material weitergeben?

    Wenn wir uns purem Realismus hingeben, wer hat dann noch Kraft und Mut was zu tun?

  • Antwort von Elisabeth Desing, Mittwoch, 29.März, 14:10 Uhr

    Liebe Frau Lieser, was Ihrer Meinung nach muss denn getan werden und was tun Sie konkret?

  • Antwort von Hermann, Mittwoch, 29.März, 14:35 Uhr

    Also forsch handeln, statt nachdenklich zu zögern?
    Ds hat uns die unsägliche Rächtschraibdeform eingebracht, die nichts besser gemacht hat außer noch mehr Leute zu verunsichern.
    Mehr dazu bei Prof. Icklers Rechtschreibtagebuch
    Handeln statt Denken hat uns wider besseres Wissen hochrangiger Fachleute den Euro eingebracht, der Europa spaltet statt vereint, der der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Länder hinderlich ist, weil sie nicht durch die traditionelle Abwertung wieder konkurrenzfähig werden können. Vorm Euro hatten wir doch schon die Einheitswährung, den ECU. Die Wirtschaft konnte ihre Verträge in Ecu machen, da änderte sich nicht viel, das Währungsrisiko war sehr gering. In Vor-Euro-Zeiten konnte ich auch frei in Europa reisen, sogar in der DDR nahmen sie mein Geld.
    Das forsche Handeln der USA hat uns Afghanistan eingebracht, Irak, Lybien, den IS...
    Statt mit Moskau zu handeln sollen wir aufrüsten, NATO gibt ein vielfaches des russischen Etats für Rüstung aus.l

Elisabeth Desing, Mittwoch, 29.März, 12:54 Uhr

17. Utopien

Auch ich hatte Utopien von einer besseren Welt und habe seit meiner frühen Jugend dafür diskutiert, gekämpft, bin auch auf die Straße gegangen und tue es eigentlich heute noch, soweit es mir altersbedingt noch möglich ist. Ich habe aber im Laufe meines Lebens festgestellt, auch im Freundeskreis, wenn die Menschen zu etwas Wohlstand kommen, gibt es nur eines - Besitz verteidigen - koste es was es wolle. Im Großen wie im Kleinen. Der immer so verteufelte Marx hatte auch eine Utopie und die auch noch mit sehr gescheiten Argumenten untermauert. Warum liest ihn keiner, außer Sahra Wagenknecht, und zieht die richtigen Lehren daraus. Reicht unsere Gehirnsubstanz dazu nicht aus? Eine Anruferin hat Jesus Christus erwähnt. Ja, er war wohl der erste Kommunist, von dem wir erfahren haben. Aber was wir aus seiner Lehre gemacht haben, ist verheerend. Er war ein Utopist, der gekreuzigt wurde. Ich fürchte, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, ihren Verstand zum Verstehen zu benutzen.