Plagiatsverfahren eröffnet Was erwarten Sie jetzt von Annette Schavan?
Kann Annette Schavan ihren Doktortitel behalten? Das wird ein nun begonnenes Verfahren der Uni Düsseldorf zeigen. Das Tagesgespräch hat gefragt: Wie sollte die Bundesbildungsministerin mit den Plagiatsvorwürfen umgehen?
Der zuständige Fakultätsrat an der Universität Düsseldorf hat entschieden: Nun beginnt offiziell ein Verfahren, an dessen Ende Annette Schavan ihren Doktortitel verlieren könnte. Der Bundesbildungsministerin wird vorgeworfen, bei ihrer Doktorarbeit im Jahr 1980 wissenschaftlich unsauber gearbeitet zu haben. Damals hatte sie mit ihrer Arbeit zum Thema "Person und Gewissen" den Doktor in Erziehungswissenschaften gemacht.
"Ich bin davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden."
Annette Schavan in einer Stellungnahme am 23. Januar
Welche Folgen wird die Plagiatsaffäre nun haben, wollte das Tagesgespräch wissen. Die zentrale Frage: Wie sollte die CDU-Politikerin auf die Vorwürfe reagieren?
Zu Gast bei Moderator Christoph Peerenboom war der BR-Hauptstadtkorrespondent Achim Wendler, der von Berlin aus die politische Reaktionen auf die Plagiatsaffäre beobachtet. Für Annette Schavan steht womöglich nicht nur der Doktortitel auf dem Spiel - es geht auch die um ihre Karriere in der Politik. Noch in dieser Woche will sie sich erneut um die Bundestagskandidatur in ihrem Wahlkreis bewerben.
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Das Tagesgespräch hat außerdem den Literatur- und Kulturwissenschaftler PhilippTheisohn am Telefon zur Diskussion dazugeholt. Er ist Autor von "Plagiat. Eine unoriginelle Literaturgeschichte" - und er zweifelt daran, dass es Absicht von Annette Schavan war, bei ihrer Doktorarbeit zu täuschen.
"Es ist ja durchaus denkbar, dass die damalige Doktorandin ihren Umgang mit fremden Texten durch die zeitgenössische Pädagogik, in der dieses Sammeln und Umschreiben von Thesen leider sehr gängig war, gedeckt gesehen hat."
Philipp Theisohn in einem Interview mit der Rheinischen Post

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