Alkoholverbot am Nürnberger Bahnhof Brauchen wir das in allen Städten?
Nürnberg hat es vorgemacht: Im Bahnhof darf am Wochenende kein Alkohol mehr getrunken werden. Eine längst überfällige Regelung oder geht durch immer mehr Verbote die Liberalität verloren? Rufen Sie an und diskutieren Sie mit!
"Vorglühen" - früher dachte man da an Dieselmotoren. Inzwischen verbindet man den Begriff mit Jugendlichen, die sich vor dem Discobesuch mit einer billigen Flasche Bier aus dem Supermarkt in Stimmung bringen. Beliebte Orte sind öffentliche Verkehrsmittel und Bahnhöfe.
Nürnberg macht's vor
Nürnberg tut was dagegen: Freitags, samstags und vor Feiertagen ist das Trinken von Alkohol jeweils ab 20 Uhr bis morgens sechs Uhr im Bahnhofsinneren verboten. Weiter erlaubt ist der Verkauf von Alkohol in den Bahnhofsgeschäften. Die ersten Erfahrungen sind positiv: Nur einzelne Nachtschwärmer haben am Wochenende das Alkoholkonsumverbot ignoriert. Die Bahn ist mit dem ersten "trockenen" Wochenende zufrieden.
Vorbild für andere Städte?
Sollte man sich Nürnberg bundesweit zum Vorbild nehmen? Ja, sagen die Gewerkschaft der Polizei und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Beide Organisationen forderten ein bundesweites des Alkoholverbot im Nahverkehr und in Bahnhöfen. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht in der Regelung ein Vorbild für andere Städte. "Dort, wo Alkohol die Ursache für Gewalt und Randale in der Öffentlichkeit ist, sollte das Nürnberger Beispiel Schule machen", sagt er.
Anrufertelefon 0800 / 94 95 95 5
Kritiker meinen, es sei ist sie halbherzig, dass in den Bahnhofsläden weiter Alkohol verkauft werden darf. Was meinen Sie? Soll Alkohol in Bahnhöfen und im Nahverkehr generell verboten werden? Fühlen Sie sich bedroht durch alkoholisierte Jugendliche? Oder sind wir voreilig, wenn wir glauben, jedes Problem mit Verboten regeln zu können? Rufen sie an und diskutieren Sie mit! Zu Gast bei Stephanie Heinzeller: Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

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