Bayern 2 - Tagesgespräch


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Hilfs-Sheriffs statt echter Polizisten Ist das der Weg zu mehr Sicherheit?

Was bringt es, wenn neben der Polizei eine ehrenamtliche Sicherheitswacht in bayerischen Städten unterwegs ist? Das Tagesgespräch fragt: Was meinen Sie?

Stand: 19.09.2017

"Sicherheit ist eine professionelle Sache, die letztendlich auch durch Profis erledigt werden muss. Und das kann aus unserer Sicht nur die Polizei sein", hat Peter Pytlik als Vertreter der Gewerkschaft der Polizei in der Früh in der radioWelt am Morgen betont.

Armbinde: Sicherheitswacht in Bayern | Bild: picture-alliance/dpa zum Audio Peter Pytlik, GdP Bayern, über die Sicherheitswacht "Für Sicherheit sorgen? Das kann nur die Polizei"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern sieht die Pläne von Innenminister Herrmann zum Ausbau der so genannten Sicherheitswacht skeptisch. "Sicherheit ist eine professionelle Sache, die letztendlich auch durch Profis erledigt werden muss", sagt Peter Pytlik. [mehr]

In der Sicherheitswacht seien "engagierte Bürger, die ihren Job machen", sagt Pytlik. Sie hätten allerdings nur Kompetenzen "wie jeder andere auch" und eben keine "hoheitlichen Aufgaben". Dadurch könnten sie die Polizei durchaus unterstützen, aber wohl nicht die Sicherheitslage insgesamt beeinflussen, meint er.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat angekündigt, die Sicherheitswacht im Freistaat um mehrere hundert Mitglieder aufstocken zu wollen. Er will aber den Eindruck vermeiden, Sicherheitswachtler seien billige Ersatzpolizisten.

Was meinen Sie? Das wollte das Tagesgespräch auf Bayern 2 und in ARD-alpha von den Anruferinnen und Anrufern in der Sendung wissen.

Die zentrale Frage der Sendung: Was halten Sie davon, dass Bürger als Sicherheitswacht im Einsatz sind?

Zu Gast bei Moderator Stefan Parrisius war Peter Schall, der GdP-Landesvorsitzende in Bayern. Die Gewerkschaft der Polizei lehnt die Sicherheitswacht ab, wenn mit ihr Personallücken bei der Polizei gestopft werden.

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Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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Michael Horst, Dienstag, 19.September, 13:11 Uhr

36. Aufwandsentschädigung

Leider wurde mein Beitrag in der Sendung nicht berücksichtigt, paßte wohl nicht so ganz in das Bild, das Herr Parisius von der Wacht vermitteln wollte.

Die Sicherheitswachtmitarbeiter erhalten eine Aufwandsentschädigung von 8 Euro/Stunde,das entspricht in etwa dem Mindestlohn! Hier noch von Ehrenamt zu reden erscheint mir schon ausgeprochen frech.

Zur Erklärung: Bis auf die Kommandanten erhalten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr keinerlei Entschädigung. Ihnen wird die Dienstkleidung gestellt, die sie dann auch noch selber reinigen dürfen. Dafür gibt´s dann ein "Dienstantrittsgeld" von 1 (in Worten: ein) Euro pro Dienstantritt.

Und der Kommandant bekommt 25 bis 49 Euro pro Monat und Feuerwehrahrzeug. Gigantisch!!!

Bitte mich nicht falsch verstehen: Ich bin kein Mitgled einer Freiwilligen Feuerwehr, wohne aber auf dem Dorf, und da bekommt man das schon hautnah mit, wenn der Nachbar um 2.30 Uhr in der Nacht aus dem Haus rumpelt, und oft genug zum Fehlalarm!

  • Antwort von Marxl, Dienstag, 19.September, 13:19 Uhr

    Wow, einen GANZEN Euro? Na, da wird ja jeder Politiker grün vor Neid, wenn man bedenkt, mit welch kargem Einkommen die ihr Leben und den späteren Ruhestand fristen müssen...

Thomas, Dienstag, 19.September, 13:07 Uhr

35. Lustig

Wenn nicht mal mehr professionell ausgebildete Polizisten mit allen Lagen klarkommen, wird es mit Hilssherriffs bestimmt noch viel besser.

Dieser Staat ist PLEITE.

Gerald Kley, Dienstag, 19.September, 13:06 Uhr

34. Sicherheit-ein anderes Wort für kalkuliertes Risiko

Der Unsicherheitsfaktor menschliches Verhalten birgt von Natur aus nicht absolut kakulierbare Sicherheitsrisiken in sich! Weil das so ist, kann es niemals eine absolute, sondern bestenfalls eine gefühlte Sicherheit geben. Bestenfalls können Tendenzen Unsicherheitsszenarien wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher machen.
Menschen haben Ängste und Befürchtungen. Eine soziale Gemeinschaft, vs. Gesellschaft, vs. Staat haben als eine ihrer dringlichsten Aufgaben innere und äußere Sicherheit zu organisieren. Dazu dient jede vertrauensbildende und nachhaltig stabilisierende Maßnahme! Pseudosicherheit wie Bürgerwehr erhöht das Unsicherheitsgefühl nur noch, weil Aktionismus und nicht effektive professionelle Gefahrenabwehr und eine vertrauensbildende Gesellschaftsorganisation im Vordergrund steht.

Mario , Dienstag, 19.September, 13:02 Uhr

33. Toter in der Bankfiliale

Gestern gab es ein Urteil wegen unterlassener Hilfeleistung. Bewusstes Wegschauen wenn es unangenehm werden könnte, ist leider eine weit verbreitete Mentalität. Ob dagegen eine Sicherheitsschuhe. helfen könnte.
Konsequent gedacht, müsste man dann auch eine Sanitätswacht auf Streife schicken, und Hilfsfeuerwehr, um brennende Aschenbecher zu löschen und Katzen von Bäumen zu befreien.
oder wir lernen wieder aufeinander zu schauen und uns gegenseitig zu helfen.

Fritz, Dienstag, 19.September, 12:59 Uhr

32. Was sagt denn die Verfassung dazu????

Gibt es da eine Grundlage?????