Bayern 2 - Tagesgespräch


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Einreiseverbot für Muslime Was bedeutet das für unser Zusammenleben?

Donald Trump verweigert Menschen aus den muslimisch geprägten Staaten Irak, Iran, Libyen, Syrien, Jemen, Somalia und Sudan die Einreise. An US-Flughäfen gibt es Proteste gegen die Entscheidung. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?

Stand: 30.01.2017

An mehreren internationalen Flughäfen und in zahlreichen Großstädten in den USA haben am Wochenende Zehntausende Demonstranten gegen das von Donald Trump angeordnete Einreiseverbot protestiert.

Der US-Präsident hatte per Dekret verfügt, dass Menschen aus den sieben Ländern Irak, Iran, Libyen, Syrien, Jemen, Somalia und Sudan nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen. Alle betroffenen Staaten sind mehrheitlich muslimisch.

Es gehe ihm nicht um Religion, sondern um den Schutz vor Terror, betonte Trump. Wenn in den nächsten 90 Tagen "sicherste" Maßnahmen in Kraft getreten seien, werde man auch wieder Visa an alle Länder erteilen. Ist das glaubwürdig?

Das Tagesgespräch auf Bayern 2 und in ARD-alpha hat gefragt: Was bedeutet der Einreisestopp - nicht nur für das Leben in den Vereinigten Staaten? Welche Folgen hat das für die internationale Politik? Welche Folgen hat das für das Zusammenleben? Was meinen Sie?

Zu Gast bei Moderatorin Stephanie Heinzeller im Tagesgespräch waren:

  • CDU-Politiker Jürgen Hardt, Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit der Bundesregierung
  • Islamwissenschaftler Prof. Mathias Rohe, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Journalist Erik Kirschbaum, Deutschland-Korrespondent der Los Angeles Times

Die Nummer ins Studio: 0800 / 94 95 95 5

Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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Diskutieren Sie mit unserem kompetenten Studiogast über ein aktuelles Thema. Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport - im Tagesgespräch debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Fragen. 


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G.Neitzel, Montag, 30.Januar, 13:23 Uhr

25. Jede politische Handlung ist ein Signal und jedes Signal hat Auswirkungen

Signal 1: Reaktion anderer Länder: Einreiseverbot für alle Amerikaner, dann alle Amerikaner ausweisen, schlußendlich Krieg. Gut geübtes Prozedere in der Vergangenheit. Einige Personen werden sich entschließen, selbst ihren Krieg gegen die USA zu führen. Einer der ein Attentat in den USA plant, wird sich um irgend eine "gute" Staatsbürgerschaft bemühen und, das Signal ist deutlich, seine Pläne dann umso beherzter ausführen.
Signal 2: Wer mit seinem Heimatland und/oder seinem Glauben betroffen ist, der wird, ob des feindlichen Klimas, Investitionen in den USA nicht mehr tätigen oder seine Investitionen reduzieren. Das Signal: Ist solch ein Land wirklich ein "sicheres" Land für Investitionen oder ziehe ich sie lieber ab? Der Investmentbanker kauft vorsichtshalber Put-Optionen auf den DowJones, da der sich halbieren wird. Der Devisenhändler shortet Dollar, weil der $ eher abstürzt statt stabil zu bleiben. "Make America totally uninteresting" lautet der neue Slogan bestenfalls.

Dr. R. Lain, Montag, 30.Januar, 13:22 Uhr

24. Presse

Eine Klarstellung:
Wer von den neun Ländern einreist, wird nur noch einmal kontrolliert.
In den ersten 24 h wurden nur 109 Einreisende festgehalten. 325 000 Personen aus den neun Ländern durften problemlos einreisen!

Maria Kosch, Montag, 30.Januar, 13:06 Uhr

23. Trump - Ablenkung von deutscher und europäischer Politik

Viele Printmedien, Fernsehen und rundfunk arbeiten siech derzeit an Präsident Trump ab. Damit kann wunderbar abgeelnkt werden von Fehlern in der europäischen und deutschen Politik. Es wurde des öfteren in Ihrer Sendung darauf hingewiesen, dass er möglicherweise gegen bestehende Gesetze verstößt. Nun, das sind wir in Deutschland von unserer derzeitgen Regierung doch gewohnt. Das scheint allerdings nicht so wichtig zu sein, weil es ja der "guten Sache" dient. Mit Trump können eigene Versäumnisse, fehlentscheidungen... wunderbar unter den Teppich gekehrt werden und man kann sich so richtig moralisch überlegen fühlen. Wie war es denn mit der Einreise unter früheren Präsidenten? Unkontrollierte Einreise aus allen Teilen der Welt? Mitnichten! Trump will z.B. die Flüchtilingszahlen genehmigen, die dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2015 entsprechen. Erst 2016 ( also am Ende seiner Amtszeit) hatte Obama die Zahlen etwas nach oben korrigiert.

Andie, Montag, 30.Januar, 12:56 Uhr

22. Wer noch glaubt, dass die amerikanischen Internetkonzerne wie Google, Facebook

und Co. sich aus reiner Menschlichkeit gegen dieses selektive Einreiseverbot für Muslime aus bestimmten Ländern empören, der glaubt noch an den Weihnachtsmann...Es geht schlicht nur darum, weiterhin Zugriff auf das beste human capital weltweit haben zu können.
Damit der Google-Bus auch jeden Morgen weiterhin die "fröhlichen" Gesichter (ZDF-Doku) und weltweit besten Intelligenzköpfe zur Zentrale in Palo Alto transportieren kann, zum besten Wohle des Konzerns.

Helmut Fehler, Montag, 30.Januar, 12:47 Uhr

21. Tagesgespräch Einreise USA

Trump ist ein unanständiger, krimineller Mensch. Diese Eigenschaften haben ihn einen ebenso unanständigen Wahlkampf führen lassen. Und er hat ihn gewonnen, nicht obwohl, sondern weil er kriminell ist. Die "Loser" der Globalisierung rechnen damit, daß sie abgehängt bleiben. Aber die Gewinner sollen dafür bezahlen! Trump stellt die Rechnung: Abschottung, Zertrümmerung des demokratischen Systems durch Schaffung von Fakten. Je irrer seine Aktionen, umso schriller der Beifall seiner Anhänger. Weiter so: jede Aktion wird die USA - Apple, Facebook, Twitter, Boeing usw. über kurz oder lang auf die Füsse fallen. Eine bessere Propaganda kann sich der IS eigentlich nicht vorstellen. Wer einen Irren wählt, kriegt irres vorgesetzt. Man kann nur hoffen, dass das anständige Amerika dem bald in den Arm fällt.
Natürlich: das Versagen der Eliten bestand darin zwischen Industrie 1.0 und 4.0 keinen sozialen Ausgleich zu schaffen. Die Verlierer versuchen dies jetzt über Trump

  • Antwort von Fehlerlos, Montag, 30.Januar, 13:18 Uhr

    Sie gehen wohl andersrum um davon, dass etwa Hillary Clinton anscheinend eine lupenreine Demokratin mit blütenweißer Weste ist...Da dürften Sie ganz klar auf dem Holzweg sein, es gibt starke Abhängigkeiten zwischen millionen, gar milliardenshweren Wahlkampffinanziers und ihren protegierten Kandidaten...Diesen Umstand sollten Sie nicht ausblenden...Welches demokratische System?!? Eher eine Plutokratie, wenn ein milliardenschweres Kartell aus Banken, Wirtschaft, Wallstreet und hörigen Politikern erst die Zustände erzeugt hat, die einem außerhalb des sog. Establishments stehenden wie Trump ermöglicht hat, an die Spitze der USA zu gelangen...Ein zugegebenermaßen etwas ruppiger Charakter, aber die Frustration im Volk muss anscheinend riesengroß sein...Ich finde eine rein kapitalgetriebene Globalisierung ohne ein Mindestmaß an soz.Kompensation höchst unanständig, weil sie weltweit für immer krassere soz.Verwerfungen sorgt, und letztlich gesellschaftsspaltend wirkt.