Höhere Rente für alle Mütter Sollen wir das finanzieren?
Für die Mutter links und die Oma in der Mitte gibt es einen Unterschied: Für ihre Rentenansprüche ist entscheidend, ob die Kinder vor oder nach 1992 auf die Welt gekommen sind. Sollte älteren Frauen die Erziehungszeit stärker angerechnet werden?
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könnte dem Vorhaben noch einen Strich durch die Rechung machen: Eigentlich hat der CDU-Parteitag kürzlich beschlossen, denjenigen Müttern die Erziehungszeiten stärker zur Rente anzurechnen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden.
Das Tagesgespräch auf Bayern 2 und in BR-alpha hat gefragt: Was meinen Sie? Wie viel sollte es der Gesellschaft wert sein, dass Mütter Kinder erzogen haben? Welche finanzielle Ausfälle müssen ältere Frauen befürchten, die in ihrem Leben einige Jahre wenig oder gar nicht gearbeitet haben? Haben Sie einen Ausgleich verdient?
"Die Millionen von Müttern, die Kinder erzogen haben, die auf vieles verzichtet haben, unter viel schwierigeren Bedingungen als die junge Mütter-Generation, die können wir nicht länger vertrösten."
Maria Böhmer, Frauen-Union
Lässt sich durchsetzen, was Maria Böhmer hier fordert? Bisher gilt: Für Kinder, die nach 1992 auf die Welt kamen werden drei Lebensjahre als Kindererziehungszeit anerkannt, für ältere Kinder bekommen Mütter nur ein Jahr angerechnet. Eine Angleichung könnte Milliarden kosten - daher die Bedenken des Finanzministers.
Zu Gast bei Moderatorin Christine Krueger war Dr. Jürgen Borchert, er ist Sozialrichter am Landessozialgericht in Darmstadt.
"Warum die Feministinnen in dieser Frage so tief schnarchen, ist mir ein Rätsel. Nirgendwo sonst werden die Frauen so ausgebeutet wie in der Alterssicherung. Man muss sich klarmachen, dass alles, was an Babyjahren da im Augenblick an Renten finanziert wird, nicht einmal 2% der gesamten Rentenleistungen ausmacht, obwohl die Mütter Anspruch haben, verfassungsrechtlich geprüft und abgesegnet, auf die Hälfte des rentenrechtlichen Himmels.(…) Man muss Gruppen vor Ort finden, mit denen man Massenklagen auf den Weg bringt."
Jürgen Borchert
"Wir haben in Deutschland die Situation, dass diejenigen, die die Gesetze machen, nämlich die Abgeordneten, und diejenigen, die sie ausführen, nämlich die Beamten (…) und diejenigen, die darüber zu urteilen haben im Konfliktfall, von den Gesetzen des Sozialstaats nicht betroffen sind (…) Das führt zu großer Ungerechtigkeit."
Jürgen Borchert
Hörerin Barbara Reintsch-Seidel ist Witwe und hat 3 eigene Kinder und 4 Pflegekinder großgezogen. Sie sagt: "Ich bekomme eine monatliche Rente von 160 Euro,ich bekam auch das Bundesverdienstkreuz am Bande, aber man kann nicht beschreiben, was Kinder bedeuten, was man eigentlich mehr bewerten müsste."
Die Sendung können Sie nachhören der Podcast steht zum Herunterladen zur Verfügung.
Anrufertelefon 0800 / 94 95 95 5
Unter dieser gebührenfreien Telefonnummer sind wir werktags ab 11 Uhr für Sie erreichbar. Rufen Sie an!
Diskutieren Sie mit unserem kompetenten Studiogast über ein aktuelles Thema. Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport - im Tagesgespräch debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Fragen.
Abstimmung
Höhere Rente für alle Mütter - eine sinnvolle Idee?
Diese Abstimmung ist beendet.
Ja! Diese Frauen haben viel geleistet - das muss sich auch bei der Rente bemerkbar machen.
Nein! Trotz aller Leistungen für die Kindererziehung: Viele Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten sind den Rentenzahlern von heute nicht zumutbar.
Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Wetter

