Jetzt also Gauck Freuen Sie sich?
2010 wollte er Bundespräsident werden, zog aber den Kürzeren. Nun soll Joachim Gauck Wulff ablösen. Freuen Sie sich? Diese Frage hat das Tagesgespräch gestellt. Zugeschaltet zu Wolfgang Küpper ins Studio war BR-Hauptstadtkorrespondent Achim Wendler.
Vor allem schnell sollte er gefunden werden, der neue Bundespräsident, der Christian Wulff im Amt ablöst und er sollte von allen Parteien unterstützt werden. Viele waren im Gespräch für die Wulff-Nachfolge, zum Beispiel der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber oder der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer und auch Frauen waren im Gespräch, zum Beispiel die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth.
"Eine von der Leyen oder eine Frau Käßmann hätte mir sehr gut gefallen. Im Übrigen meine ich, dass der Proporz nicht stimmt. Jetzt haben wir das höchste Amt aus dem Osten und auch die Bundeskanzlerin kommt aus dem Osten"
Gerd W.
Konsenskandidat verzweifelt gesucht!
In einer Hauruck-Aktion wurde gestern in Berlin ein Kandidat ausgesucht: Joachim Gauck. Der DDR-Bürgerrechtler, evangelische Pfarrer und langjährige Leiter der Stasi- Unterlagenbehörde war 2010 für SPD und Grüne schon einmal zur Kandidatur angetreten. Gauck galt damals sogar als der populärere Kandidat, hatte jedoch in der Bundesversammlung gegenüber dem Unions- und FDP-unterstützten Christian Wulff knapp den Kürzeren gezogen. Zieht jetzt endlich der "Bundespräsident der Herzen" in Bellevue ein?
"Faszinierend ist sein Lebenslauf. Dass er in der DDR geblieben ist. Er hat bis zum Schluss auf friedliche Weise für die Freiheit, für die Gerechtigkeit gekämpft. Er ist überparteilich und vertritt für mich die Demokratie und die Verbindung von Osten und Westen"
Marie v. R.
Fest steht: Für Angela Merkel war Joachim Gauck weder 2010 noch bei der aktuellen Bundespräsidentensuche der Favorit. Union und FDP waren zunächst gegen den von SPD und Grünen favorisierten Kandidaten. Doch dann kam die Kehrtwende. Ist Angela Merkel bei der Suche nach einem Bundespräsidenten eingeknickt? So zumindest deutet es die Opposition.
Das Tagesgespräch hat gefragt: Was halten Sie von Joachim Gauck als Bundespräsident? Freuen Sie sich?
Live zugeschaltet zu Moderator Wolfgang Küpper ins Studio war unser BR-Hauptstadtkorrespondent Achim Wendler aus Berlin mit seiner Einschätzung zu Joachim Gauck als Wulff-Nachfolger.
"Das Argument, das dieses Mal Angela Merkel bewogen hat, Gauck nicht zu akzeptieren, sich sogar gegen ihn zu stemmen so lange es geht, war vor allem, dass er 2010 Gegenkandidat der Opposition war gegen Christian Wulff und dass es ausgesehen hätte wie ein Fehler, wenn Merkel sich sogleich für diesen Kandidaten entschieden hätte"
Achim Wendler, BR-Hauptstadtkorrespondent
Gauck ist von seiner Ausbildung her evangelischer Theologe - ein Pluspunkt? Braucht Deutschland nach Christian Wulffs "Salamitaktik" eine moralische Instanz, einen kirchlich sozialisierten Wertegaranten? Alois Glück, ehemaliger bayerischer Landtagspräsident und Präsident des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland stellte im Tagesgespräch fest:
"Ich glaube, was in dem Amt mehr erwartet wird, ist eine sichtbare Wertorientierung. Ich glaube aber, dass das nicht allein seine entscheidende Prägung ist, sondern es kommt ja hinzu seine ganzen Erfahrungen in der Diktatur und sein eindrucksvolles Engagement in einer freien Gesellschaft"
Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland
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