Gemüseburger statt Hamburger Hilft Fleischverzicht der Umwelt?
Live bei Stefan Parrisisus im Studio ist Felix Prinz zu Löwenstein. Er ist Bio-Bauer mit Leib und Seele und Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Der Titel seines Buches klingt programmatisch: "Foodcrash. Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr." Zu Löwenstein ist Pessimist, wenn es um unsere Lebensmittelindustrie und Ernährungsgewohnheiten geht. Unsere Landwirtschaft, meint der Biobauer, hat keine Zukunft.
Lebensmittelskandale und Treibhauseffekt - Folgen unseres Fleischhungers
Im Grunde ist das nichts Neues. Wir alle kennen die Schäden, die unser ausbeutender Lebensstil und speziell unser übertriebener Fleischkonsum auf die Erde und die Tiere hat: Abholzung von Regenwäldern für Weideflächen, die schlechte CO2-Bilanz der Rinderzucht, antibiotikaverseuchte Hühner und Puten, die ohne regelmäßige Gabe von Medikamenten unter den Haltungsbedingungen der industriellen Landwirtschaft eingehen würden, Schweine, die gentechnisch so manipuliert werden, dass sie besonders schnell Fett ansetzen, leergefischte Meere.
Gemüse essen und die Welt retten?
Niemand wünscht sich diese Auswirkungen auf Planet und Tier, das Problem ist nur: Wir handeln wider besseres Wissen, zumindest die meisten von uns. Denn unser Einkaufs- und Essverhalten hat nach marktwirtschaftlichen Grundprinzipien eigentlich unmittelbare Auswirkungen auf das Warenangebot und die Produktionsbedingungen.
"Im Ausland macht man Witze, dass unser Spartrieb größer ist als unser Sexulatrieb"
Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern.
Heißt, wer billigstes Fleisch kauft, fördert damit auch billigste Massenproduktion und industrielle Landwirtschaft. Dazu äußert sich im Tagesgespräch auch Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handeslverbandes Bayern - Der Einzelhandel e.V.
Du bist, was Du isst - na dann, guten Appetit!
Ausreden hat man als Verbraucher schnell parat, allen voran die Litanei vom teuren Bio-Essen. Alles falsche Vorurteile, sagt hingegen Felix Prinz zu Löwenstein, jeder könne ethisch korrekt essen, egal wie dick sein Geldbeutel ist. Und höhere Fleischpreise würde der Öko-Bauer sogar befürworten, da sie der "ökologischen Wahrheit" jenseits des Tellers entsprechen.
"Wir zahlen die Kosten für's Fleisch nicht an der Supermarktkasse, sondern mit der Umwelt"
Felix Prinz zu Löwenstein.
Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) feiert dieser Tage sein 120-jähriges Bestehen, seine 5.700 Mitglieder leben fleischlos. Nach Schätzungen des Vegetarierbundes gibt es insgesamt etwa 6 Millionen Menschen in Deutschland, die auf Fleisch verzichten. Gehören Sie vielleicht auch dazu? Sind Sie Vegetarier oder sogar Veganer? Oder sind Sie der Meinung, ein vegetarischer Lebensstil der Umwelt zuliebe sei reine Augenwischerei? Was meinen Sie? Hilft Fleischverzicht der Umwelt? Rufen Sie an! Diskutieren Sie mit!
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