Bayern 2 - Tagesgespräch


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Armes Schwein Müssen wir die Gefühle der Tiere mehr achten?

Wieder haben sich Schlachthöfe nicht an das Tierschutzrecht gehalten, haben Kollegen von BR Recherche und Süddeutscher Zeitung herausgefunden. Was sagt unser Umgang mit Tieren über uns aus? Rufen Sie an im Tagesgespräch!

Stand: 08.12.2016

Wurstwaren | Bild: colourbox.com

Tatsächlich soll Schweinefleich besser schmecken, wenn das Schwein "glücklich" gestorben ist. Deshalb gibt es verschiedene Tricks, um vor oder während der Schlachtung Stress zu vermeiden. Stresshormone nämlich senken die Fleischqualität. Mancher Landwirt begleitet daher - auf auf Wunsch des Schlachters - seine Tiere bis zum Ende. Denn die vertraute Stimme wirkt beruhigend.

Schweine hängen nach der Tötung im Zerlegebereich eines Schlachthofs | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Schlachthof-Verstöße gegen Tierschutzrecht Härteres Durchgreifen gefordert

Die Landtagsopposition fordert das Verbraucherschutzministerium auf, konsequenter gegen Tierschutzverstöße vorzugehen. BR Recherche und SZ hatten aufgedeckt, dass es in mehreren bayerischen Schlachthöfen wiederholt Probleme bei der Betäubung gab. Von Eva Achinger, Katrin Langhans und Verena Nierle [mehr]

Aber, die Qualität des Fleisches kann nur ein Grund sein, Tiere respektvoll zu behandeln. Wie wir mit Lebewesen umgehen, die wir zu unserem Nutzen töten, sagt auch etwas über uns als Menschen aus. Die Themen "Bio" und "Regional" werden immer wieder diskutiert - mit dem Schlachten scheinen wir uns weniger gern zu beschäftigen.

Wie ist Ihre Meinung? Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Tiere bei uns geschlachtet werden? Ist das überhaupt eine wichtige Frage für Sie?

Als Experte im Studio ist Prof. Dr. Hanno Beck, Autor und Diplom-Volkswirt, unser Gast.

Am Telefon zugeschaltet ist der Biobauer Herbert Siegel.

Die Nummer ins Studio: 0800 / 94 95 95 5

Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

Unter dieser gebührenfreien Telefonnummer sind wir werktags ab 11 Uhr für Sie erreichbar. Rufen Sie an!
Diskutieren Sie mit unserem kompetenten Studiogast über ein aktuelles Thema. Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport - im Tagesgespräch debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Fragen. 


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Enz Julia, Donnerstag, 08.Dezember, 13:21 Uhr

42. Tiere - Gefühle

Ich denke dass die Lösung unseres Konsumverhaltens bzgl. Tieren nicht allein im Vegetarismus / Veganer Lw zu suchen ist. Realistischerweise würde mir wünschen, dass ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs gepflegt wird: nicht einkaufen im Discounter für's Grillfestl um dann, wenn es regnet kiloweise wegzuwerfen - kann man sich ja heutzutage leisten. Vielleicht wäre das mal ein Anfang, den JEDER umsetzen könnte? Leider sind wir so weit weg von der Natur, dass wir kein ehrliches Verhältnis mehr zu Tieren haben - also auch keine realistischen Lösungen suchen. Und allein die Idee, Tieren Schmerzempfinden und Emotion abzusprechen liegt auch daran, dass wir in unserer technisierten Welt nicht mehr mit. Tieren leiden müssen: wir wissen nicht mehr wie es ist sich für Essen plagen zu müssen - jagende Völker / Landwirte haben immer Tiere (kultisch) verehrt - will sagen, es war nicht selbstverständlich, dass Fleisch einfach verfügbar war.
J.Enz, Tierärztin

Carola, Donnerstag, 08.Dezember, 13:13 Uhr

41. Ställe als Industriefabriken

Auch in unserem Landkreis gibt es einen Industriebetrieb - denn ein Bauernhof ist das m.E. auf keinen Fall mehr - mit über 600 Kühen: Die Entstehung des Stalles wurde sogar mal in einer Reihe des BR-Fernsehens gezeigt! Solche Fabriken gehören von Anfang an verhindert (d.h. Ämter sollten solche Betriebe nicht mehr
genehmigen dürfen) bzw. verboten. Ich lebe zwar nicht vegetarisch, aber von jedem kann zumindest verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren und damit dem
eigenen Fleischkonsum bzw. tierischen Produkten erwartet werden Muss denn auch auf einem Bauernhof der Mammon die erste Stelle einnehmen? Schließlich hat uns Gott, der Schöpfer allen Lebens, die Verantwortung für seine Welt (incl. Pflanzen und Tieren) auferlegt. Während anderswo Millionen Menschen hungern, leben wir
weiterhin auf deren Kosten und auf Kosten aller Lebewesen: Wie lange soll das noch so weitergehen? Uns wird es so gehen wie dem König im Märchen, der sich wünschte, alles, was er berührt, soll zu Gold werden ..

Weber Walter, Donnerstag, 08.Dezember, 13:06 Uhr

40. Müssen wir die Gefühle der Tiere mehr achten?

Dass wir Menschen die Tiere töten, haben die Religionen mit ihren Opferkulten auf dem Gewissen. Sie haben die Gebote und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth verbogen und für Ihre Zwecke mißbraucht. Warum hat zB. die Metzgerinnung als Wappen das Auferstehungslamm und die Jäger den Hl. Hubertus? Jesus liebte die Tiere. Das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt auch für die Tiere. Das wird leider verschwiegen und von den Institutionen mit aller Macht unterdrückt. Die Wahrheit ist nun mal nicht bequem. Aber die Beiträge in der heutigen Sendung zeigen, daß die Zeit reif für eine Umkehr ist. Wir Menschen sind arm - denn wir erkennen nicht mehr, was um uns herum geschieht. Sonst könnten wir nicht so handeln.
Mit freundlichen Grüßen Walter Weber

Susanne Wenger, Donnerstag, 08.Dezember, 13:05 Uhr

39. Tierwohl

Ich finde es schade, dass Frau Kötting im Tagesgespräch beim Thema Tierwohl mit Ihren Bemerkungen eine belächelnde Note einfließen hat lassen. Schulbesuche im Schlachthof wären dringend notwendig, um die Perversion der Massentierhaltung darzulegen.

Peter Trottmann , Donnerstag, 08.Dezember, 12:59 Uhr

38. Tier als billiges Produkt

Das grundsätzliche Problem besteht nach meiner Meinung im fehlenden Respekt gegenüber den Tieren. Von den Religionen unterstützt stellt sich der Mensch von jeher über das Tier. So erlauben Gerichte Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle aufschlitzen zu dürfen aus religiösen Gründen. Weiter geht es. , wie auch immer wieder bei Reportagen im B2 gehört, dass Tiere nur als Produktionsmittel bezeichnet werden. Wenn ich dann im Supermarkt sehe, dass eine Ente 4 Euro kostet oder ein gebratenes Hähnchen 2,50 Euro dann kann man sich ausrechnen was für die Aufzucht des Tieres über bleibt. Zudem ist es fast nicht möglich Fertiggerichte ohne Fleisch zu bekommen. Fleisch Essen ist o.k. wenn die Tiere ordentlich gehalten werden und Fleisch und Milch ohne Qual für die Tiere geinen werden. Dafür müssen aber Lebensmittel auf tierischer Basis deutlich teurer werden und dieses Geld muss unter hohen Auflagen beim Bauern ankommen