Würzburger Rhetorik-Wettbewerb Johannes Schiller überzeugt mit seiner Rede
Im Würzburger Stadtrat hat demnächst der 14-jährige Johannes Schiller aus der David-Schuster-Realschule Würzburg Rederecht. Beim ersten Würzburger Schülerwettreden unter dem Motto "Kannste Reden, kannste mitreden" hat er sich gegen elf Mitstreitern durchgesetzt.
Für jeweils drei Minuten hatten die zwölf Bewerber ihren großen Auftritt in der Würzburger Kleinkunstbühne "Bockshorn". Ihr Thema war auf die Auseinandersetzung mit neuen Kommunikationsmitteln wie Handy und Internetforen wie "Facebook" oder "Schüler-VZ" beschränkt. Als einer, der das Reden perfekt beherrscht, begleitete Kabarettist Urban Priol in der Rolle des Moderators den Auftritt der zwölf Schüler, ohne den 14-, 15- und 16-Jährigen die Schau zu stehlen.
Startnummer acht bringt Glück
Johannes Schiller von der David-Schuster-Realschule trat als achter auf die Bühne. Der 14-Jährige nutzte seinen Auftritt, um vor Fallstricken im Internet zu warnen. Denn da liest dann beispielsweise auch der Chef, wenn eine Auszubildende im Krankenstand gerade den Freundinnen mitteilt, die Koffer für die Karibik zu packen. Das könne dann sogar zur Kündigung führen, mahnte der Schüler. Dem Publikum gefiel sein Vortrag. Noch mehr Applaus für Johannes Schiller gab es dann bei der Preisverleihung.
Klassenkameraden bestimmen den Gewinner
Bei dem Wettbewerb waren ausschließlich die anwesenden Mitschüler der Teilnehmer abstimmungsberechtigt. Die zahlreich erschienenen Erwachsenen waren auf die reine Zuschauerrolle beschränkt. Phillip Reinheimer, Schauspieler am Mainfranken-Theater, hatte die Kandidaten auf den Wettbewerb vorbereitet. Der Bühnendarsteller vermittelte den Jugendlichen, welche Bedeutung Stilmittel und Betonung in der mündlichen Vortrag besitzen.
Rede im Rat als Preis
Die Idee für den Wettbewerb stammte von Hanna Rosenthal, der Ehefrau des Würzburger Oberbürgermeisters. Sie will damit die rhetorischen Fähigkeiten von Jugendlichen fördern, "eine Fähigkeit, die heute im privaten und öffentlichen Bereich immer wichtiger wird um sich in angemessener Weise durchzusetzen". Mit dem Sieg hat sich Johannes Schiller das Rederecht im Würzburger Stadtrat erworben. Dieses Privileg soll als Signal dafür dienen, dass es sich lohnt, wenn man sich Fähigkeiten aneignet, dass man damit etwas bewirken kann. "Darum heißt dieses Projekt auch 'Kannste reden, kannste mitreden'. Ein Termin für die Jugendrede im Stadtrat steht noch nicht fest.

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