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Kronach Instrumentenbauer entwickelt neues Fagott

Instrumentenbauer Guntram Wolf aus Kronach hat sich dem oft missachten Fagott angenommen und es zusammen mit der Technischen Universität Dresden weiterentwickelt. Er hat einen neuen Fagott-Typ geschaffen, das Basso-Forte-Fagott.

Stand: 12.09.2012
Neuer Fagott-Typ aus Kronach | Bild: Guntram Wolf Holzblasinstrumente GmbH

In vielen Orchestern ist das Fagott nicht vertreten. Das Holzblasinstrument ist stark in den Bässen, aber ansonsten nicht besonders laut und wird meist von den Blechblasinstrumenten übertönt. Instrumentenbauer Guntram Wolf hat aus eigener Erfahrung erlebt, was für ein Schattendasein das Fagott bisher führte und führt. "Ich habe sehr viel gespielt, habe in vielen Orchestern gespielt und besonders in der Blasmusik. Da ist man einfach nur Optik und weiter nichts", berichtet er nüchtern.

Mehr Volumen sorgt für lauteren Klang

Das Basso-forte-Fagott (r.) neben einem herkömmlichen Fagott (l.)

Nun hat Wolf hat eine neue Fagott-Art entwickelt, die sehr wohl laut sein kann. "Basso Forte" nennt er seinen Prototyp. Wolfs Fagott sieht aus wie ein Fagott, und verfügt auch über das s-förmige Mundstück, der charakteristische Knick und die vor dem Musiker aufragende lange Holz-Bassröhre. Es klingt im Grunde wie ein Fagott. Wolfs Fagott ist aber ein vollkommen neues Instrument. Sein "Basso Forte"-Fagott ist ein bisschen länger und dicker als übliche Fagotte. "Man kann jetzt mit der Tuba mithalten, aber ich kann auch ganz leise spielen", erzählt der Instrumentenbauer.

Instrumentenbauer erhielt High Tech-Unterstützung

Zusammen mit der Luft- und Raumfahrtechnik-Abteilung der Technischen Universität Dresden machte sich Wolf an die Neuerfindung des Fagotts. Im Zentrum für Luft- und Raumfahrtechnik wurde seine Konstruktion von Wissenschaftlern durchgecheckt. "Wir haben Programme entwickelt, wie man so ein Instrument anlegen kann und wo die Tonlöcher hinmüssen, um einen genau stimmenden Ton hinzubekommen. Wir haben die ganze akustische Anlage – wie die Luft strömt,  durch welche Bohrung et cetera –  getestet. So haben wir gemeinsam ein Instrument mit mehr Dynamik geschaffen", sagt Wolf.

Erster "Testlauf" geglückt

Bei dem neuartigen Instrument sind die Klappen neu angeordnet.

Fagottist Thomas Kiefer, der bei einem nord-rhein-westfälischem Landesorchester spielt, darf das Basso-Forte-Fagott testen. Kiefer kommt schon nach wenigen Minuten gut klar mit dem neuartigen Holzblasinstrument. Probleme bereiten ihm einzig die neu angeordneten Klappen. "Die Fingerpositionen sind durch die Akustik des Instruments bestimmt. So ein Instrument, dass nach modernster Wissenschaft gestaltet ist, hat keine Löcher mehr, sondern nur noch Klappen. Das ist eine ganz neue Erfahrung und es liegt alles viel bequemer zusammen und diese Bequemlichkeit ist erst einmal eine Überraschung", stellt Kiefer fest.


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