Tore gegen Hitler Die Geschichte der ukrainischen "Todeself"
Am 9. August 1942 wurde im Zenit-Stadion von Kiew ein legendäres Fußballspiel angepfiffen, das in die Historie - nicht nur des Sports - einging.
"Einige Leute halten Fußball für einen Kampf auf Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist."
Bill Shankley
Diese berühmte Aussage des schottischen Fußballtrainers Bill Shankley mag vielen übertrieben erscheinen. Und sie war wohl auch nicht ganz ernst gemeint. Aber es gibt in der Geschichte des Fußballs durchaus eine Spiele, die nicht treffender beschrieben werden können. Fußballspiele, in denen es um Leben und Tod ging. Und um mehr. Nämlich um die Ehre einer Stadt und eines ganzen Landes.
Zum Beispiel in der ukrainischen Hauptstadt Kiew im Sommer 1942. Die deutsche Wehrmacht hatte im Jahr zuvor die Sowjetunion überfallen und einen gnadenlosen Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg begonnen. Im September 1941 hatten die Deutschen Kiew eingenommen und auf dem Stadtgebiet in der Schlucht von Babyn Jar 33.771 Kiewer Juden ermordet. Während die Wehrmacht weiter in Richtung Wolga vorrückte, sollte im besetzten Gebiet so etwas wie Normalität und Alltag hergestellt werden, um die Bevölkerung zu beruhigen. Deshalb organisierte man Fußballspiele, schließlich liebten die Ukrainer Fußball.
Ein vielbeachtetes Spitzenteam war vor dem Krieg die Mannschaft von Dynamo Kiew. Viele Dynamo-Stars arbeiteten im Sommer 1942 in einer Brotfabrik; sie gründeten eine Werksmannschaft mit dem Namen "Start" und traten in mehreren Partien gegen verschiedene Wehrmachtsmannschaften an. "Start" fegte Hitlers Ballbuben der Reihe nach vom Platz. Die Deutschen reagierten gereizt und waren bald schon richtig sauer. Deshalb schickten sie schließlich ihre Vorzeigemannschaft, eine Flakelf, aufs Feld. Am 9. August 1942 wurde im Zenit-Stadion von Kiew ein legendäres Fußballspiel angepfiffen, das in die Historie - nicht nur des Sports - einging. Bis heute ist dieses Match im Bewusstsein der Ukrainer tief verankert.

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