Der weiße Krieger Simon Girtys Kampf gegen die Bleichgesichter
Simon Girty war in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung in der Geschichte des Wilden Westens: Ein weißer Anführer der Indianer, ein Abtrünniger, der rastlos gegen die Siedler kämpfte.
Simon Girty war im 18. Jahrhundert der bekannteste weiße Anführer der Waldlandinianer. Er sorgte mehr als 20 Jahre lang im amerikanischen Grenzland für Angst und Schrecken. Der Amerikaner kleidete sich wie ein Indianer und führte 20 Jahre lang einen brutalen Kleinkrieg im Grenzgebiet an der Seite der Indianer gegen die amerikanischen Siedler. Dutzende von Kriegertrupps folgten ihm bei seinen Überfällen, von Detroit bis nach Kentucky.
Ein weißer Indianer
Aber wie kam es überhaupt dazu, dass sich das "Bleichgesicht" Simon Girty unter die Indianer mischte? 1755 brach der so genannte Französisch-Indianische Krieg aus, in dessen Verlauf die Briten mit den Franzosen und ihren indianischen Verbündeten unnachsichtig um die Vorherrschaft in Nordamerika kämpften. Im Alter von 15 Jahren wurde Simon Girty zusammen mit seinen drei Brüdern und der Mutter von Delaware-Indianern verschleppt. Bald darauf kam er zu den Seneca, einem Stamm der Irokesen, der ihn adoptierte. Simon Girty begann, die Sprache der Irokesen zu lernen. In den nächsten Jahren wurde Simon ein guter Jäger und entwickelte große Selbstdisziplin.
Auslieferung der weißen Stammesmitglieder
Das Leben bei den Seneca endete jedoch, nachdem die Briten 1760 den Kolonialkrieg gegen die Franzosen in Nordamerika gewonnen hatten und vier Jahre später mit den Stämmen der Waldlandindianer Frieden schlossen. Die Indianer mussten ihre weißen Stammesmitglieder ausliefern, was sie nur sehr widerwillig taten. Da Girty inzwischen neun Indianersprachen beherrschte und mit dem Denken der Indianer vertraut war, wurde er Dolmetscher der neuen Indianerbehörde in Fort Pitt.
Eine hohe Belohnung auf Girtys Kopf
Danach war Simon Girty kurze Zeit als Werber für die amerikanische Kontinentalarmee tätig, aber da er nicht befördert wurde, schloss er sich den Briten in Detroit an – und machte die Sache der Indianer zu der seinen. Bei einem seiner Überfälle zusammen mit Indianer-Trupps war der Kampf schon nach fünf Minuten entschieden: 77 Amerikaner starben, die Verluste der Indianer waren gering. Girty galt bei den Amerikanern fortan als Monster. Sie setzen schließlich eine Belohnung von 1.500 Pfund auf seinen Kopf aus, woraufhin Girty noch härter zurückschlug. Zu dieser Zeit war er Anfang 40 und heiratete eine junge, hübsche Frau. In der Nähe des Stützpunktes kaufte er Grund und errichtete ein Haus. Die Briten nahmen jedoch auf seine Ehe keine Rücksicht und schickten Simon Girty wiederholt ins Ohio-Tal, um das Vorgehen der Amerikaner auszuspionieren.
Vernichtende Schlacht
Der Druck der amerikanischen Siedler setzte den Indianern immer heftiger zu und ließ ihr Gebiet unaufhaltsam weiter schrumpfen. In der Schlacht von Fallen Timbers wurden sie schließlich vernichtend geschlagen und mussten durch den Vertrag von Greenville 1795 fast ganz Ohio aufgeben. In einem Brief an einen Freund schrieb der enttäuschte Girty kurz und bündig: "Ich habe vor, ein neues Leben zu führen, um mich und meine Familie zu erhalten. Ich bleibe Ihr einfacher Diener, gezeichnet Simon Girty". Girty wurde daraufhin in den Ruhestand versetzt und erhielt die Hälfte seines regulären Verdienstes, was ihm ein durchaus komfortables Leben ermöglichte. Seiner Frau Catherines Hoffnung, mit ihrem Mann nun in Ruhe zusammenleben zu können, erfüllte sich jedoch nicht. Girty blieb ein unruhiger Geist, der rastlos die Wildnis durchstreifte – und den es immer wieder in die Dörfer seiner indianischen Freunde zog.

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