Bayern 2 - radioWissen


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Die lange Geschichte eines Schreckens

Von: Volker Eklkofer / Sendung: Niklas Nau

Stand: 07.08.2017 | Archiv

Blumenmeer nach einem Anschlag | Bild: picture-alliance/dpa
GeschichteRS, Gy

Längst hat der Terror die ganze Welt erfasst. Attentäter und Selbstmordbomber versuchen Angst und Schrecken zu verbreiten, aber auch Unterstützer anzulocken. Ihr perfides Tun hat eine lange Geschichte.

Terrorismus - als blutige Variante politischen Handelns - ist ein fester Bestandteil unserer Zivilisationsgeschichte. Staatsterror findet statt, weil Regime um den Machterhalt ringen. Attentate und Anschläge ereignen sich, weil Aktivisten die Herrschenden bekämpfen, die Welt verändern, sich einen Namen machen oder ihrer Religion dienen wollen.

Terroristen begegnen uns als Einzeltäter und Mitglieder international agierender Netzwerke. Sie bomben als Verschwörer, Guerilleros oder Tyrannenmörder; sie präsentieren sich als rechts- oder linksextreme Ideologen und als religiöse Fanatiker. Wie ihre Aktivitäten beurteilt werden, hängt ganz vom Blickwinkel des Betrachters ab. So verwundert es nicht, dass es bislang an einer international verbindlichen Terrorismus-Definition mangelt.

Terror-Taten geschahen bereits in der Antike, etwa als Herostratos 356 vor Christus den Tempel der Artemis in Ephesus, eines der Sieben Weltwunder, in Brand steckte. In Jerusalem ermordete die jüdische Sekte der Sikarier heimtückisch Landsleute, die sich mit der römischen Herrschaft arrangierten. Im Mittelalter erlangte der Geheimbund der Assassinen mit Selbstmordattentaten düsteren Ruhm.

Die Karriere des Begriffs Terrorismus begann aber erst mit der "La Terreur" genannten Schreckensherrschaft der Jakobiner 1793/94 im revolutionären Frankreich. Die Ursprünge des Terrorismus moderner Prägung liegen im 19. Jahrhundert. Damals eröffneten Zeitungen anarchistischen Mördern bereitwillig eine Bühne und verschafften ihnen durch die Verbreitung überregionaler Nachrichten weltweite Bekanntheit.

Wohl wissend, dass Botschaften mindestens so wichtig sind wie Taten, drängen Terroristen verschiedenster Couleur seither via Massenmedien an die Öffentlichkeit und fassen durch geschicktes Nutzen sozialer Netzwerke zunehmend auch im privaten Raum Fuß.

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