Bayern 2 - radioWissen


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70 Jahre BR-Schulfunk Vom Dampfradio zum trimedialen Wissensspezialisten

Als die erste Sendung des Schulfunks über den Äther ging, verfügten nur etwa 16 Prozent aller bayerischen Volksschulen über einen Radioapparat. Trotzdem wurde die Sendung schnell erfolgreich. Inzwischen wurde aus dem Schulfunk "radioWissen", eine Sendung für Bildungsinteressierte aus allen Altersstufen.

Von: Susanne Poelchau / Bernhard Kastner

Stand: 06.09.2017

Schüler mit Lehrerin vor Volksempfänger | Bild: BR/Historisches Archiv

"Niemand muss hören!" – so der erste Satz im Programm begleitenden Heft Nr. 1 vom "Schulfunk". Und doch haben von Anfang an nicht wenige Menschen das Programm gehört - sogar solche, die im Grunde gar keine Möglichkeit dazu hatten.

Denn am 8. September 1947, als die erste Sendung ausgestrahlt wurde, verfügten nur etwa 16 Prozent aller bayerischen Volksschulen über einen Radioapparat. Aber man wusste sich zu helfen: "Unser Lehrer hat uns auf sämtliche Apparate des Dorfes verteilt. Dort sitzen wir in kleinen Gruppen und hören die Sendungen, die wir als Hausaufgabe aufhaben", erzählt damals ein Schüler. Angesichts zerbombter Schulen und mangelnder Lehrmaterialien diente der Schulfunk den Lehrern als willkommene Ergänzung und Bereicherung des Unterrichts.

Aus 'Schulfunk' wird 'radioWissen'

Durch die Bayern 2-Reform im Jahr 2003 wurde aus dem ehemaligen Schulfunk "radioWissen", eine einstündige Sendung an jedem Werktag für Bildungsinteressierte aller Altersstufen. Die Sendungen behandeln ausführlich Themen aus Geschichte, Religion, Ethik, Philosophie, Psychologie, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Politik, Literatur und Musik.
Die aufwendige Produktion von radioWissen mit erfahrenen Regisseuren und Sprecherinnen, speziellen Soundkonzepten und Musik sorgt dafür, dass auch schwierige Themen gut verständlich und leicht hörbar sind.

Wissen mit hohem Qualitätsanspruch

Die einzelnen Wissenssendungen werden von Fachautoren geschrieben und von Fachredakteuren betreut, um eine fundierte Einordnung der Themen und den aktuellen Stand der Forschung zu gewährleisten.

Wissen kann erfolgreich sein …

Die hohe Qualität der Sendung radioWissen hat sich bewährt: Rund 150.000 Hörerinnen und Hörern hören täglich radioWissen im Radio um 9.05 Uhr oder 15.05 Uhr. Die ausgestrahlten Sendungen stehen in der Regel fünf Jahre als Podcast zum Nachhören zur Verfügung: Die Abrufe des radioWissen-Podcasts gehen pro Monat in die Millionen. Damit steht er seit Jahren an erster Stelle aller BR-Podcasts. Deutschlandweit nimmt er Platz 1 der Wissen-Podcasts ein und wurde von iTunes schon mehrmals zum "Quotenkönig" ausgerufen.

Krönender Abschluss der radioWissen-Stunde: Das Kalenderblatt

Am Ende einer jeden Radiostunde erzählen bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler im "Kalenderblatt" Kurioses, Seriöses und schon fast Vergessenes von den Haupt- und Nebenschauplätzen der Geschichte.

Trimediales Wissen auf allen Kanälen

Begleitend zu vielen Sendungen von radioWissen erstellt die Redaktion Dossiers mit sendungsbegleitenden Arbeitsmaterialien, die sich auch zum Einsatz im Unterricht eignen und in Lehrerfortbildungen in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium angeboten werden. Zur jährlichen Landesausstellung in Bayern entstehen nicht nur spezielle Radiobeiträge aus der Geschichte, sondern auch themenspezifische Dossiers.

In Kooperation mit dem Hörverlag München und der BRmedia wurden in den letzten Jahren mehrere CD-Editionen veröffentlicht: "Die ganze Welt des Wissens". Diese werden vom Verlag auch zum Download angeboten. Ein Ausbau der Produktpalette ist in Planung.

Auch in Social Media ist radioWissen präsent mit einem eigenen Twitter-Account und auf den Facebook-Accounts von Bayern 2 und BR-Wissen. radioWissen hat darüber hinaus zwei Jahre einen sehr beliebten Tierblog betrieben.

Die jüngsten Entwicklungen haben Hörfunk, Fernsehen und Online noch näher zusammengebracht im neuen Ressort "Grundbildung, Geschichte und Gesellschaft". Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Trimedialität getan.


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