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Eisiges Bayern Lawinengefahr und Schulausfall

Nach dem kräftigen Wind ist die Lawinengefahr in den bayerischen Alpen gestiegen. Der Lawinenwarndienst setzte oberhalb von 1.800 Metern Warnstufe drei fest. Gestern war ein Mensch durch eine Lawine zu Tode gekommen.

Stand: 09.02.2012
Schild warnt vor Lawinen | Bild: picture-alliance/dpa

Vom Allgäu bis ins Berchtesgadener Land herrscht nach Angaben des Lawinenwarndienstes Bayern oberhalb von 1.800 Metern erhebliche Lawinengefahr und damit die Warnstufe drei auf der fünfstufigen Skala. Vor allem an kammnahen Steilhängen und in frisch eingewehten Rinnen und Mulden bestehe Gefahr. Sicherer sei es in tieferen Lagen. Dort wird die Lawinengefahr weitgehend als gering eingestuft. Nur im Oberallgäu seien auch dort Selbstauslösungen von Lawinen möglich, die auf dem Boden abgleiten.

Gestern war ein Skibergsteiger am oberbayerischen Hochkalter im Berchtesgadener Land durch eine Lawine in den Tod gestürzt. Der 33-jährige Österreicher hatte vermutlich ein Schneebrett ausgelöst, das ihn an einer steilen Felswand in die Tiefe riss.

Unterrichtsausfall wegen klirrender Kälte

Bayernwetter

  Heute Morgen Dienstag
Nord stark bewölkt; zum Wetter in Bayern heute 11° wolkig; zum Wetter in Bayern morgen 12° | 22° wolkig; zum Wetter in Bayern übermorgen 10° | 23°
Süd bedeckt; zum Wetter in Bayern heute 10° wolkig; zum Wetter in Bayern morgen 12° | 22° wolkig; zum Wetter in Bayern übermorgen 12° | 22°

Heute wechselnd wolkig und örtlich schwache Regenschauer. Höchstwerte 17 bis 22°C.

Aufgrund der andauernden Kälte blieben mehrere Schulen in den vergangenen Tagen geschlossen. In Marktredwitz fiel in der Fichtelgebirgs-Realschule wegen Problemen mit der Heizungsanlage gestern und heute der Unterricht aus. Auch morgen wird noch nicht unterrichtet werden. Das Landratsamt Wunsiedel teilte mit, dass die Störung nicht so schnell behoben werden kann. "Am Montag geht es auf alle Fälle wieder weiter", sagte Schulleiter Joachim Schmidt am Donnerstag.

In Bayreuth blieb die Grund- und Mittelschule St. Georgen wegen eines Wasserrohrbruchs geschlossen. Die Leitungen seien vereist und deswegen geborsten, so die Stadt Bayreuth. Geschlossene Schulen wegen klirrender Kälte seien im Freistaat eine Ausnahme, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. "Wir haben keine Zahlen. Es geht aber nur um Einzelfälle."

Geduldsprobe auf den Bahngleisen

Bei der Münchner S-Bahn waren über das Wochenende 13 S-Bahn-Züge vom Frost so stark beschädigt worden, dass sie nicht mehr einsetzbar waren. Laut einem Sprecher waren sie wie üblich auf Abstellgleisen geparkt. Bei zwei Zügen sprangen laut Bahn durch die große Kälte die Scheiben, bei anderen funktionierten die Türen nicht mehr und gefrorenes Kondenswasser blockierte die Federung der Züge. Deshalb kommt es seit Wochenbeginn zu Zugausfällen und Verspätungen.

Nun beheizt die Bahn die abgestellten Wagen. Zusätzlich fahren Mitarbeiter in Extraschichten die Züge hin und her, damit sie nicht mehr einfrieren. Nach Einschätzung der Bahn wird es noch bis Ende der Woche dauern, bis wieder alle Züge voll einsetzbar sind.

Flüsse für Schifffahrt weiter gesperrt

Gefangen auf dem Main

Die Schifffahrt auf dem fränkischen Main und dem Main-Donau-Kanal kam in der Nacht auf Montag völlig zum Erliegen und ruht seitdem. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Nürnberg liegen im Main-Donau-Kanal 16 Frachtschiffe fest. Ursache für die Sperrung seien festgefrorene Schleusentore. Mit einer Öffnung des Kanals sei erst bei Plusgraden zu rechnen.

Auch auf der Donau ruht die Schifffahrt

Auch auf der Donau musste die Schifffahrt komplett eingestellt werden. Grund dafür ist das Eis mit einer Dicke von bis zu 15 Zentimeter und Eisschollen mit bis zu 200 Metern Länge, so das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg. Mit Rücksicht auf die Sicherheit der Anlagen und den Gefahren für die Schifffahrt hat das Amt ein vollständiges Verbot ausgesprochen. Ein Ende der Sperre ist derzeit nicht absehbar, so das Amt.

Ähnlich war die Situation in Jochenstein an der österreichischen Grenze. Weil das Eis auch in die Schleusenkammern eindringt, mussten die Schleusen Kachlet und Jochenstein gesperrt werden, weil die Schollen die Tore blockieren könnten. Die Sperre für die Donau-Schifffahrt wird vermutlich noch einige Tage dauern.

Der Zwangspause auf den Flüssen können manche Kapitäne aber auch etwas Gutes abgewinnen. Michael Vogt etwa, der mit seinem Schiff "Babetta" in Schwarzach am Main festgemacht hat, will die Zeit nutzen, um die sieben Motoren seines Schiffes zu warten. "Ölwechsel, Ventilspiel einstellen - da gibt es viel zu tun", sagt Vogt. Der Reederei des Schiffes zufolge gehen pro Liegetag rund 1700 Euro verloren.

Eis auf den Seen noch nicht dick genug

Auf den Seen ist das Eis trotz einer Woche Dauerfrost und klirrender Kälte jedoch noch nicht dick genug. Die Wasserwacht warnt vor dem Betreten zugefrorener Seen und Flüsse. "Es ist zwar eine Eisschicht auf vielen Gewässern, aber sie ist noch nicht so dick, dass sie tragfähig wäre", sagte der Referent der Wasserwacht beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Dominic Mollocher. Ein See dürfe frühestens bei einer Eisdicke von 15 Zentimetern betreten werden. Aber selbst dann handelten Spaziergänger oder Schlittschuhläufer auf eigene Gefahr.

Weitere Aussichten: kaum milder

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Am Wochenende soll verbreitet wieder die Sonne scheinen. Die Temperatur steigt jedoch nicht nennenswert an. Morgen kommt aber durch ein Tief erst einmal zunehmend feucht-kalte Luft nach Bayern. Vergangenes Wochenende wurden die bisher kältesten Temperaturen dieses Winters gemessen. Den bundesweiten Rekord erreichte Oberstdorf mit minus 28 Grad. Vielerorts in Bayern wurden Temperaturen von weniger als minus 20 Grad gemessen.

So schützen Sie sich gegen die Minusgrade

Füße

Das Schuhwerk sollte stabile, feuchtigkeitsabweisende Gummisohlen statt dünner Ledersohlen haben. Bequemes Schuhwerk wählen, in dem der Fuß Platz hat. Zu enge Schuhe schränken die Durchblutung der Füße ein.

Für ungefütterte Winterschuhe eignen sich Thermosohlen, die durch eine spezielle Beschichtung gegen die Straßenkälte schützen und den Fuß mit Lammwolle beziehungsweise Lammfell wärmen.

Nasse Füße sollte man unbedingt vermeiden! Sind die Füße doch nass geworden, sollten die Schuhe und Socken so schnell wie möglich ausgezogen, die Füße getrocknet und durch ein schönes, heißes Fußbad wieder auf Normaltemperatur gebracht werden.

Hände

Fäustlinge wärmen besser als Fingerhandschuhe, da sich die Finger gegenseitig wärmen können. Hände immer eincremen!

Wer sein Mobiltelefon draußen benutzen möchte, kann sich spezielle Touchscreen-Handschuhe kaufen.

Um rissige Hände wieder geschmeidig zu machen, Hände abends mit Fettcreme behandeln, Baumwollhandschuhe anziehen und die Creme über Nacht einziehen lassen.

Gesicht

Ab acht Grad minus produzieren die Talgdrüsen gar kein Fett mehr. Deshalb ist es sehr wichtig, die Haut - vor allem bei sehr kalter Witterung und beim Skifahren - gut zu schützen.

Der Fettanteil der Creme sollte bei mindestens 40 bis 50 Prozent liegen. Feuchtigkeitscremes sind im Winter ungeeignet, da die Haut durch die verdunstende Feuchtigkeit zusätzlich auskühlen kann.

Zieht man sich den Schal über Mund und Nase, bleiben die Schleimhäute warm und trocknen nicht so schnell aus. Lippen mit Fettstift behandeln.

Allgemein

Da über ein Drittel der Körperwärme über den Kopf abgegeben wird, sollte immer eine Mütze getragen werden. Nach Möglichkeit sollten auch die Ohren abgedeckt werden.

Am besten kleidet man sich nach dem "Zwiebel-Prinzip": Mehrere Schichten übereinander tragen. Am besten wärmen textilien aus Wolle, Fleece, Kaschmir und Angora.

Heiße Getränke und mit Chili, Zimt oder Ingwer gewürzte Speisen wärmen den Körper von innen. Auf Alkohol sollte verzichten werden, da die Wärme durch die bessere Durchblutung schneller wieder an die Umgebung abgegeben wird.

Sport

Egal ob Jogging, Walking oder Ski-Langlauf - Muskelarbeit setzt Wärme frei und bringt den Kreislauf in Schwung.

Um die Lungen zu schützen, sollten Sie bei Niedrigtemperaturen immer durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Tragen Sie ein Baumwolltuch vor dem Mund. Lange Socken halten die Achillessehne und die Waden warm. Nach dem Sport unter die heiße Dusche oder in die Wanne gehen!

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Christa Morris, Donnerstag, 09.Februar, 20:06 Uhr

1. so kalt ist es in Deutschland

So kalt ist es jetzt in Deutschland. Hier bluehen die Narzissen schon.